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Tennis-Ass Félix Auger-Aliassime: "Wenn man gewinnt, ist es das beste Gefühl"

Félix Auger-Aliassime ist Kanadas bester Tennis-Spieler. Im Interview erklärt der TAG-Heuer-Botschafter, warum er sich auf Olympia 2024 in Paris freut, wie seine Ziele für dieses Jahr aussehen und warum Gewinnen für ihn das schönste Gefühl ist.

Tennis-Ass Félix Auger-Aliassime
Credit: Getty Images

 

Sports Illustrated: Wann hatten Sie zum ersten Mal einen Tennisschläger in der Hand? 

Félix Auger-Aliassime: Den Tennisschläger habe ich zum ersten Mal in der Hand gehalten, als ich drei oder vier Jahre alt war. Ich habe das Gefühl, dass Tennis schon immer ein Teil meines Lebens war. Mein Vater, der selbst Tennistrainer und Tennisspieler ist, zeigte mir bereits früh seine Leidenschaft für diesen Sport. Diese Leidenschaft habe ich übernommen.

Sports Illustrated: Sie haben am 8. August und damit am selben Tag wie Roger Federer Geburtstag. Ist das ein gutes Omen?

Auger-Aliassime: Ja, das stimmt. Ich habe das herausgefunden, als ich etwa acht Jahre alt war. Da war er gerade auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Ich dachte damals, wow, das ist witzig. Aber es ist ein netter Zufall, dass ich mit meinem Idol, das ich sehr bewundere, gemeinsam Geburtstag habe. Wenn es mir im Laufe meiner Karriere Glück bringt, wäre ich froh.

Sports Illustrated: Bereits im Alter von 14 Jahren haben Sie den Tennis-Zirkus aufgemischt und als junger Spieler Rekorde aufgestellt. Was sind die Gründe, dass Sie so früh erfolgreich waren?

Auger-Aliassime: Im Alter von 14, 15 Jahren habe ich bereits Erfolge gefeiert. Es ist immer schwer zu erklären, warum das so war. Ich denke, weil ich bereits in jungen Jahren sehr ehrgeizig war. Ich habe in diesem Alter schnell gelernt mich zu verbessern. Wenn man älter wird, wird das etwas schwieriger. 

Sports Illustrated: Würden Sie sich im Rückblick selbst als Tennis-Wunderkind bezeichnen und hat Sie diese Bezeichnung zusätzlich motiviert?

Auger-Aliassime: Wenn ich auf meine ersten Jahre zurückblicke, in denen ich in der Tennisszene Fuß gefasst habe, ist es natürlich verrückt, wie schnell ich Erfolg hatte. Wenn ich mir heute 14- oder 15-Jährige ansehe, ist es für mich immer wieder beeindruckend, wie gut ich damals schon war. Wenn man früh Erfolg hat, geben die Leute einem einen Stempel. Bei mir haben viele das Potenzial gesehen, was mich sehr gefreut hat. Es war eine Motivation weiterzumachen, aber gleichzeitig habe ich nicht allzu viel darauf geachtet. Es war etwas, was ich nicht unbedingt brauchte.

Félix Auger-Aliassime
Félix Auger-Aliassime
Credit: TAG Heuer
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Sports Illustrated: Welche Rolle hat Ihr Vater, der Tennis-Trainer ist, in Ihrer bisherigen Karriere gespielt?

Auger-Aliassime: Mein Vater hat eine extrem wichtige Rolle in meiner Karriere gespielt. Er war der Erste, der mir die Schönheit am Tennissport gezeigt hat. Und er war der Erste, der mein Trainer war. Das war für meine Karriere von entscheidender Bedeutung und wird es auch immer sein. Er hat mir so viel beigebracht und ist immer noch sehr nah bei mir. Wir sprechen immer regelmäßig über mein Spiel und darüber, was ich auf dem Court besser machen kann. Für mich ist es wichtig, dass ich meine Familie in der Nähe habe, um auch persönliche Dinge mit ihnen zu besprechen. Am Ende des Tages sind es die Menschen, die einem am nächsten stehen und am ehrlichsten sind – auch wenn ich ein wirklich gutes Team um mich herum habe. 

Sports Illustrated: Erzählen Sie uns über Ihre Kindheit. Haben Sie mehr Druck oder Freude beim Tennis verspürt?

Auger-Aliassime: Als ich angefangen hatte, habe ich viel Druck verspürt, aber auch viel Freude am Tennisspielen. Es hat mir immer Spaß gemacht. Aber klar, es gibt immer ein gewisses Maß an Stress, einen gewissen Druck wegen des Wettbewerbs. Das ist normal. Sobald man gewinnt, ist der Druck aber weg. Das ist das beste Gefühl.

Sports Illustrated: Jetzt sind Sie 23 Jahre alt und standen bei den vier Grand-Slam-Turnieren bereits im Achtel-, Viertel- und Halbfinale. Wie sehen Ihre Ziele für 2024 aus?

Auger-Aliassime: In den vergangenen Jahren hatte ich gute Erfolge bei den Grand Slams, insbesondere 2021 und 2022 zu Beginn des Jahres bei den Australien Open. In den vergangenen anderthalb Jahren war es schwerer aufgrund von Verletzungen. Aber jetzt, wo es meinem Körper wieder gut geht, freue ich mich auf dieses Jahr. Die Ziele bleiben die gleichen, ich will große Turniere gewinnen und als Spieler besser werden. 

Sports Illustrated: Träumen Sie von einer Medaille bei Olympia 2024 in Paris?

Auger-Aliassime: 2024 ist ein olympisches Jahr mit vielen wichtigen Turnieren. Für sein Land bei Olympia eine Goldmedaille zu gewinnen, ist etwas Einzigartiges, was nicht viele Sportler auf dieser Welt erreichen. Für mich wäre es ein Traum, eine Medaille für Kanada zu holen. Ich möchte bereit sein, um bei Olympia gut zu spielen.

Sports Illustrated: 2023 hatten Sie Probleme mit ihrem linken Knie. Wie haben Sie diese Probleme überwunden?

Auger-Aliassime: Im vergangenen Jahr hatte ich mit einer Sehnenverletzung am linken Knie zu kämpfen. Das war meine erste längere Verletzung. Wenn man Tennis spielt, möchte man schnell wieder auf den Court zurück. Ich war am Anfang etwas ungeduldig, aber ich habe letztes Jahr gelernt, dass die Verletzung richtig verheilen muss. Jetzt geht es wieder besser. Wir haben ein gutes Programm zusammengestellt, damit ich fit bleibe. Ich spiele seit ein paar Wochen schmerzfrei, was gut ist und hoffentlich das ganze Jahr so bleibt.

Félix Auger-Aliassime
Félix Auger-Aliassime
Credit: TAG Heuer
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Sports Illustrated: Bei jedem gewonnen Punkt spenden Sie fünf Dollar, um Kinder in Togo – dem Heimatland Ihres Vaters – zu unterstützen. Wie wichtig ist Ihnen dieses Anliegen?

Auger-Aliassime: Seit 2020 spende ich für jeden Punkt, den ich gewinne, fünf Dollar für den Schutz und die Bildung von Kindern in Togo. Es ist etwas, das ich schon immer tun wollte. Ich möchte etwas zurückgeben, den Menschen, die es am meisten brauchen. Wir haben damit begonnen, weil Togo das Land ist, aus dem meine Familie stammt. Aber es soll noch weiter gehen. Ich möchte alle Kinder und Teenager inspirieren und ihnen eine Chance geben. Vielleicht kann ich etwas zum Positiven bewirken.

Sports Illustrated: Wie möchten Sie gerne außerhalb des Courts gesehen werden? Welche Dinge sind Ihnen als Mensch am wichtigsten?

Auger-Aliassime: Mit ist es wichtig, Menschen so zu behandeln und zu respektieren, wie man selbst behandelt oder respektiert werden möchte. Ich bin ein großzügiger Mensch. Ich werde nie verstanden, weshalb Menschen anderen Menschen nicht helfen, wenn sie es könnten. Hinzu kommen Freundlichkeit und Respekt. Für jemanden wie mich, der das Leben positiv sieht, ist das Glas immer halbvoll. Ich versuche optimistisch zu sein. Wenn die Leute gut über mich sprechen, macht mich das glücklich. Das sind wichtige Grundwerte für mich und meine Familie.

Sports Illustrated: Welche Rolle spielen Ihre Outfits auf dem Court? Ist Ihnen Mode wichtig?

Auger-Aliassime: Wir sind alles verschiedene Persönlichkeiten auf dem Court und haben alle unseren eigenen Stil. Tennis ist eine Art Show. Es ist Entertainment. Natürlich interessiert es mich, welche Kleidung ich anhabe. Zuerst kommt aber die Leistung, dann das Aussehen. Ich achte sehr auf meinen Stil. Kleine Dinge wie die Uhr, die Schuhe, die Tasche und andere Details. Auch außerhalb des Courts, wo sich mein Stil weiterentwickelt hat. Ich denke, dass ich jetzt meinen perfekten Stil gefunden habe. Einen edlen, aber auch jugendlichen Stil. Ansonsten mag ich es eher klassisch oder lässig. Auf dem Court fühlt man sich wohl, wenn einem gefällt, was man trägt.

Sports Illustrated: Was bedeutet Ihnen die neue TAG Heuer Eyewear collection? Tragen Sie die Brille auch privat oder auf dem Tennisplatz?

Auger-Aliassime: Die Eyewear-TAG-Heuer-Kampagne und die neuen Produkte sind großartig. Es ist erstaunlich, dass ich seit meinem 18. Lebensjahr bei der Marke bin und die Entwicklung in den vergangenen Jahren miterleben konnte. Es ist toll zu sehen, dass sich die Marke weiterentwickelt, aber auch seine Klassiker behält. Mittlerweile hat die Marke Eyewear eine neue Ebene erreicht und wir hoffen, dass diese auch in den nächsten Jahren weiter wächst. Da ich jemand bin, der in der Ferne schlecht sieht, trage ich eine Brille oder Kontaktlinsen, wenn ich spiele. Auch abseits des Courts trage ich diese Brille.

Sports Illustrated: Gibt es eine Uhr von TAG Heuer, die Sie besonders gerne tragen?

Auger-Aliassime: Es ist schwierig, eine Uhr aus der gesamten Kollektion auszuwählen, weil es so viele tolle Uhren gibt. Generell trage ich klassische Uhren am liebsten mit einem Leder- oder Metallarmband. Mein Favorit ist die klassische TAG Heuer Monaco „Dark Lord“, die ich sehr liebe.



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