Australian Open

Einschneidende Erfahrung in seinem Leben veränderte Tennis-Star Djokovic komplett

Novak Djokovic spaltet die Tennis-Welt. Der begnadete Spieler glänzt auf dem Court, überrascht aber mit wirren Thesen und nationalistischen Einstellungen. Seinen Anfang nahm alles mit einer einschneidenden Veränderung vor einigen Jahren. 

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Novak Djokovic zählt zu den besten Tennisspielern aller Zeiten. Auf dem Court beherrscht er seine Gegner nach Belieben. Keiner ist besser als der Serbe, den eine entscheidende Erfahrung vor zehn Jahren komplett veränderte. Seit dieser Zeit verwandelt er sich im Zeitraffer.

Zu einem "Monster"-Spieler auf dem Court, der alle Schläge im Repertoire hat. Sein unbändiger Siegeswille ist legendär. Der Serbe hasst es zu verlieren. Um einer Niederlage zu entgehen, holt er mehr als 150 Prozent aus seinem schmächtigen Körper heraus - der sein Kapital ist. 

In seiner Jugend war "Nole" zwar ein talentierter Spieler. Jeden Tag trainierte er drei bis vier Stunden, spielte später bis zu 80 Profi-Matches im Jahr. An spielfreien Tagen schuftete Djokovic drei Stunden auf dem Platz. Danach ging's für eineinhalb Stunden in den Kraftraum. 

Novak Djokovic: "Als ich das tat, veränderte sich alles"

Außerdem machte er Yoga, Tai Chi, joggte, fuhr mit dem Rad oder dem Kajak. Aber richtig fit fühlte er sich nie. Was hatte er falsch gemacht? Was musste er ändern? Wie Djokovic in seinem Buch "Siegernahrung" schreibt, reichte für seine Verwandlung eine einfache Veränderung aus. 

"Ich war schwer, langsam und müde, weil ich mich ernährte, wie die meisten von uns", erklärte Djokovic. "Was ich damals nicht wusste, war, dass diese Ernährungsweise bei mir Entzündungsreaktionen auslöst. Der Körper sendet Signale aus, wenn er ein Nahrungsmittel nicht mag."

Djokovic hörte auf seinen Körper. "Als ich das tat, veränderte sich alles. Und ich meine nicht nur meine Tenniskarriere. Mein ganzes Leben veränderte sich auf magische Weise. Kurz gesagt: Ich fand heraus, was mir schadete und was mir nützte."

Richter entscheidet am Montag über Australien-Einreise

Diese Worte stammen aus dem Jahr 2013. Zwei Jahre zuvor änderte er seine Ernährung. Kein anderer Spieler ist fitter als der 34-Jährige. Wenn andere an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit geraten und sich mit hochrotem Kopf über den Court quälen, dreht der "Djoker" richtig auf und demütigt seine Gegner. 

Seit seiner Nahrungsumstellung ist Djokovic aber nicht nur ein anderer Tennisspieler geworden. Der Serbe hat sich menschlich verändert. Er besitzt eine dunkle, mystische, nationalistische Seite, die ihm weltweit viele Symphatien gekostet hat. 

Novak Djokovic
Credit: Getty Images
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Bei den Australian Open sitzt er gerade fest, weil sein Visum von den Behörden nicht akzeptiert wird. Djokovic ist trotz strenger Einreisebestimmungen offenbar immer noch ungeimpft. Eine Ausnahmegenehmigung lassen die Beamten der Einreisebehörde nicht gelten. 

Am kommenden Montag entscheidet ein Richter, ob der Titelverteidiger wieder abreisen muss. "Ich bin dagegen. Ich entscheide, was für meinen Körper am besten ist", erklärte Djokovic einmal, als er gefragt wurde, was er übers Impfen denkt. Der Serbe gilt als strammer Impfverweigerer. 

Novak Djokovic glaubt an viele wirre Theorien

Aber damit nicht genug, die Nummer 1 der Tenniswelt sorgt regelmäßig für weiteres Kopfschütteln. So glaubt er, dass man "toxisches Wasser" durch Gebete "energetisch transformieren" und zu "heilsamen Wasser" verwandeln kann. Ein Wissenschaftsverfechter ist er nicht. 

"Ich habe Menschen gesehen und ich kenne einige, die es durch energetische Transformation, durch die Kraft des Gebets, durch die Kraft der Dankbarkeit schaffen, das giftigste Lebensmittel oder das am stärksten verschmutzte Wasser, in heilsames Wasser zu verwandelt", sagte Djokovic.

"Wissenschaftler haben bewiesen, dass Moleküle im Wasser auf unsere Emotionen und auf das Gesagte reagieren", so "Nole". Ex-Tennisspielerin und TV-Expertin Mary Carillo meinte gegenüber "The Tennis Channel", sie hoffe, dass Djokovic seine Behauptungen zurücknehmen werde.

Jelena Djokovic glaubt offenbar an Corona wegen 5G-Strahlung

"Ich bin sehr beunruhigt, dass Djokovic und dieser andere Typ sagen, dass man giftiges Wasser in Trinkwasser umwandeln kann", erklärte Carillo. "Das ist gefährliches Zeug." Aber Djokovic denkt gar nicht daran, sich von seinem eingeschlagenen Weg abzuwenden. Im Gegenteil.

Alternativmedizin und alternative Geschichte sind für ihn wie eine Religion, berichtet "The Guardian". Djokovic glaubt an eine uralte magische Hochkultur der Serben. Außerdem soll er den ultranationalistischen, alternativen Historiker Jovan Deretic unterstützen.

Im letzten Herbst zeigte sich Djokovic auf Bildern mit Milan Jolovic, über den die "Frankfurter Rundschau" schreibt: "Ein früherer Kommandant der sogenannten Drina-Wölfe, einer berüchtigten paramilitärischen Einheit, die unter anderem am Völkermord an Bosnier:innen in Srebrenica beteiligt war".

Kürzlich sorgte ein Video seiner Frau Jelena Djokovic mit Verschwörungsinhalt für Kopfschütteln. Diese glaubt offenbar, dass Corona mit der 5G-Technologie in Zusammenhang steht. "Derzeit kursieren viele Videos wie dieses. Wer Zeit hat: Seht auch dieses Video an und lasst mich wissen, was ihr davon haltet."

Alternative Medizin spielt für Djokovic große Rolle

"Die Lehren von Rudolf Steiner sind für mich relevant", postete Jelena Djokovic bei Instagram. Den Aussagen des US-amerikanischen Alternativmediziners Thomas Cowan, der den 5G-Handystandard als Grund für die Covid-19-Infektionen sieht, schenkt sie offenbar Glauben. 

Somit befeuern sich Djokovic und seine Frau Jelena wohl gegenseitig mit kruden Theorien und alternativen Ansichten. Solange Djokovic diese Thesen für sich verwendet, ist das seine persönliche Sache. Der Serbe setzt sich aber regelmäßig über wissenschaftliche Ratschläge und Vorgaben hinweg.

Für Unverständnis sorgte seine Adria-Tour 2020 mitten in der Pandemie. Als Turniere abgesagt werden mussten, organisierte er ein Tennis-Event im kroatischen Zadar. Die Einnahmen sollten verschiedenen Wohltätigkeitsorganisationen zugutekomme, aber daraus wurde nichts.

Novak Djokovic hat Applaus in "Down Under" nicht verdient

Das Turnier musste abgebrochen werden, weil der Bulgare Grigor Dimitrov positiv auf Corona getestet wurde. Djokovic, seine Frau Jelena sowie Viktor Troicki und Borna Coric steckten sich ebenfalls an. Dafür gab's heftige Kritik - auch weil die Spieler in einem Nachtclub feierten.

Djokovic muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass er viele Dinge nicht zu Ende denkt oder sich störrisch dagegen stemmt. Wenn er sich nicht impfen lässt, kann er nicht bei den Australian Open teilnehmen. Die Entscheidung fällt am kommenden Montag - die Chancen stehen 50:50.

Entscheidet der Richter, dass er in Australien einreisen darf, dann ist es für Djokovic lediglich ein Pyrrhussieg. Selbst wenn er seinen Titel in "Down Under" verteidigt, ist er am Ende der große Verlierer. Einer, der sich gegen alle Regeln stemmt, hat den Applaus nicht verdient. 

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