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Buccaneers feuern Brown! Skandal-Profi ist eine Gefahr fürs Geschäft in der NFL

Die Tampa Bay Buccaneers trennen sich von NFL-Skandalprofi Antonio Brown. Sein Vertrag wird mit sofortiger Wirkung aufgelöst, teilt der Titelverteidiger mit. Ob Brown jemals wieder einen neuen Verein findet, scheint fraglich. Seine Lügen schrecken andere Klubs ab.

Antonio Brown hat einen großen Fehler gemacht. Dieser wiegt noch schwerer, als sich das Trikot vom Leib zu reißen und mitten im Spiel vom Feld zu rennen. Er lügt. Hinzu kommen die schlimmsten Anschuldigungen gegen ihn wegen sexueller Nötigung, dem Werfen von Möbeln von einem Balkon im 14. Stock sowie die Beschaffung eines gefälschten COVID-19-Impfausweises. All das könnte seine Karriere endgültig beenden, denn Brown macht schwere Fehler. 

Über die soziale Medien teilte er mit, dass er den Bucs gesagt habe, er könne mit seinem verletzten Knöchel nicht auflaufen. Nach seiner Version hat ihn Tampa Bay trotzdem spielen lassen. Trainer Bruce Arians soll ihm am Sonntag an der Seitenlinie gesagt haben, dass er aus dem Spiel genommen wird, wenn er nicht mitspielt. Arians bezeichnet diese Aussage als Lüge. 

Brown hat jede Vertrauenswürdigkeit verloren. NFL-Besitzer und -Trainer können es nicht ertragen, wenn jemand der Welt erzählt, dass das Leben in der Liga grauenvoll ist. Wenn Brown über alles lügt, warum sollte ihn ein neues Teams unter Vertrag nehmen?

Antonio Brown stößt NFL und Teambesitzer vor den Kopf

Man kann eine Menge schrecklicher Dinge tun und trotzdem in der NFL spielen, wie Brown wiederholt bewiesen hat. Aber man kann nicht lügen und seinen Trainer vorführen. Die Liga verkauft dem Publikum eine spezielle Form des Profi-Footballs.

Sie versucht alles zu kontrollieren, von den Socken der Spieler über Beschwerden über die Schiedsrichter bis hin zur Wahrnehmung der Sicherheit. Brown erzählt eine Geschichte über sein Team, das seine Spieler mit Schmerzmitteln vollpumpt und Profis entsorgt, wenn sie unangenehm werden. Einige Spieler werden dem vielleicht zustimmen. Aber die Besitzer wollen nicht, dass das jemand sagt.

Antonio Brown
Credit: Getty Images
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Brown bringt immer Unruhe rein. Er forderte einen Trade von den Steelers, bekam ihn und beschwerte sich dann, dass sie ihn an die Raiders verkauften. Er beendete seine Karriere fast bei den Raiders.

Bei seinem Abschied nahm er ein Gespräch mit Raiders-Coach Jon Gruden auf und veröffentlichte es. Dann ging er zu New England. Als die Patriots ihn wegen angeblicher sexueller Nötigung und einer SMS-Drohung an eine Frau entließen, twitterte er (und löschte es bald darauf) über die Verhaftung des Pats-Besitzers Robert Kraft. Dessen Anklage wurde inzwischen fallengelassen. Jetzt nimmt er die Organisation und den Spieler ins Visier, die ihn am meisten unterstützt haben.

Das hat man davon, wenn man Antonio Brown verpflichtet. Seine Karriere wird explosiv enden. Brown fing 87 Pässe für 1.008 Yards und machte acht Touchdowns in 15 Spielen mit den Bucs für ein relativ geringes Gehalt. Die Bucs könnten argumentieren, dass er eine gute Investition war. Aber Brown hat die Geschichte nicht gut enden lassen. Das tut er nie.

Antonio Brown beschuldigt Brady-Trainer des Betrugs

Seine Angriffe auf Tom Brady waren unsinnig. Brady unterstützte Brown bei seiner Vertragsunterzeichnung und riskierte seinen eigenen Ruf, indem er öffentlich Stellung nahm. Brady hatte Brown sogar angeboten, ihn in seinem Haus zu wohnen.

Dann sagte Brown, dass Bradys persönlicher Trainer, Alex Guerrero, ihm 100.000 Dollar für eine Leistung in Rechnung stellte, die er nie bekam. Browns Beweis: ein Textaustausch, in dem er Guerrero erklärte, daß er nicht mit ihm zusammenarbeiten wollte und die Hälfte seiner 100.000 Dollar zurückhaben will. Guerrero antwortete: "Lass mich wissen, wohin ich den Restbetrag schicken soll. Big hugs my friend." Brown schickte daraufhin seine Bankverbindung (die er öffentlich in seiner Instagram-Story teilte, bevor er sie löschte). Brown beschuldigte Guerrero des Betrugs und präsentierte angebliche Beweise für Guerreros Schuld. 

Am vergangenen Sonntag zog Brown sein Trikot aus und rannte vom Spielfeld. Das war der Anfang vom Ende bei den Bucs. Aber schauen Sie sich Colin Kaepernick an, der keinen Job bekommt, weil die Besitzer Angst haben, er könnte einige Kunden verärgern. Eric Reid unterstützte Kaepernick und sagte, er sei angeschwärzt worden (Reid und Kaepernick haben beide wegen unerlaubter Absprachen geklagt und sich geeinigt).

Antonio Brown schädigt das Geschäft

Jonathan Martin sagte, er sei schikaniert worden und sein Team hatte ihn zunächst verteidigt. Ray Rice wurde nur für zwei Spiele gesperrt, weil er seine damalige Verlobte geschlagen hatte. Als das Video herauskam, stellte es ein Imageproblem für die NFL dar. Keiner wollte ihn mehr unter Vertrag nehmen. Diese Fälle sind alle sehr unterschiedlich, aber der gemeinsame Nenner ist, dass die NFL es nicht mag, wenn jemand das Produkt beschädigt.

Selbst wenn Arians Brown befohlen hätte, dass Brown spielen sollte und er nicht konnte, war es trotzdem äußerst unprofessionell mitten im Spiel das Feld zu verlassen. Es gibt wohl einen anderen Grund, warum man so etwas noch nie zuvor gesehen hat.

Aber selbst wenn man jedes Wort glaubt, das Brown gesagt hat, selbst wenn man Mitleid mit ihm hat, haben viele NFL-Besitzer und Trainer das nicht. Keiner wird sich mehr für Brown einsetzen, nachdem sie gesehen haben, wie er sich gegen Brady gestellt hat. Die Trainer sollten wissen, dass er sich gegen sie wenden wird, so wie er sich gegen Arians, Gruden und Mike Tomlin gewandt hat. Die Besitzer sollten erkennen, was offensichtlich geworden ist: Antonio Brown ist nicht mehr gut fürs Geschäft. 

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Nach dem Eklat um NFL-Profi Antonio Brown von den Tampa Bay Buccaneers meldet sich sein Trainer zu Wort. Bruce Arians räumt mit einem Gerücht auf, weshalb es bei Brown zu einer Kurzschlussreaktion gekommen war. Der 33-Jährige zog sein Trikot aus und verließ das Feld. 

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