Basketball

Kareem Abdul-Jabbar schreibt Abschiedsbrief an Russell – und verrät besonderes Geheimnis

Basketball-Legende Kareem Abdul-Jabbar schreibt einen bewegenden Abschiedsbrief an Bill Russell, der am Sonntag im Alter von 88 Jahren verstorben ist. Darin würdigt Abdul-Jabbar den erfolgreichsten NBA-Basketballer aller Zeiten und verrät ein Geheimnis.

Kareem Abdul-Jabbar und Bill Russell 2005
Credit: Imago
  • Kareem Abdul-Jabbar schreibt Abschiedsbrief an Bill Russell
  • Abdul-Jabbar holte sich erst mit 67 Jahren ein Autogramm von Russell
  • NBA-Legende Abdul-Jabbar würdigt Russell als einen der Besten

Kareem Abdul-Jabbar ist der beste Punktesammler in der Geschichte der NBA und sechsmaliger Meister. In seiner Karriere hat er nicht nur als Basketballer, sondern auch als sozialer Aktivist eine wichtige Rolle in der amerikanischen Gesellschaft gespielt.

Aber wenn man Abdul-Jabbars Worte liest, wäre er ohne Bill Russell nicht zu dem Spieler oder Menschen gereift, der er wurde. Das machte Abdul-Jabbar in einem berührenden Abschiedsbrief an Russell klar, der elf Mal NBA-Champion wurde und am Sonntag im Alter von 88 Jahren verstarb.

Abdul-Jabbar (75) beschreibt, wie sich seine Freundschaft mit Russell über sechs Jahrzehnte entwickelte und wie er sich Russells Verhalten auf und neben dem Platz zum Vorbild nahm. Abdul-Jabbar berichtet, wie er im Alter von 14 Jahren von Russell beeindruckt war, als er ihn zum ersten Mal traf und Russell "Kindheitshelden" bezeichnet.

Kareem Abdul-Jabbar holt sich erst mit 67 Jahren ein Russell-Autogramm

"Man sagt, dass man seine Helden nie treffen sollte. Dass es meistens enttäuschend, desillusionierend oder entmutigend ist", schreibt Abdul-Jabbar. "Aber das war nicht meine Erfahrung. Ich war begeistert. Er hat mit mir gesprochen. Und ich glaubte, in seinen Augen jemanden zu erkennen, der eine Leidenschaft für das Spiel hatte, die tief, heiß und hell brannte."

Abdul-Jabbar erklärt, dass Russell mit jedem weiteren Treffen entgegenkommender wurde, und verrät ein besonderes Geheimnis. Erst im Alter von 67 Jahren brachte Abdul-Jabbar den Mut auf, die Celtics-Legende um ein Autogramm zu bitten.

Abdul-Jabbar beschreibt, wie Russell ihn abseits des Platzes beeinflusst hat, insbesondere durch sein Verhalten beim "Cleveland Summit" - einer Gruppe überwiegend schwarzer Athleten, die über die Aufrichtigkeit der Weigerung des Box-Champions Muhammad Ali urteilen sollten, aus religiösen Gründen in die US-Armee eingezogen zu werden. Trotz Russells Prominenz innerhalb der Gruppe habe er sich nicht aufgedrängt, so Abdul-Jabbar. Stattdessen ermutigte Russell die Gruppe - zu der auch mehrere ehemalige Militärangehörige gehörten - Ali unvoreingenommen zuzuhören.

Kareem Abdul-Jabbar schwärmt über Bill Russell

"Diese vernünftige Herangehensweise erwies sich als viel effektiver als der Versuch, uns zu beeinflussen", schreibt Abdul-Jabbar. "Er wusste, dass Ali eloquent und leidenschaftlich für sich selbst sprechen konnte und dass wir, wenn wir offen waren, die Wahrheit in dem, was er sagte, erkennen würden. Das war eine gewaltige Lektion in Sachen Demut und Führung, die mich danach viele Jahre lang geleitet hat." Abdul-Jabbar schreibt, er habe genau studiert, wie Russell sich in Interviews und in seiner Autobiografie "Go Up for Glory" präsentierte.

"Was besonders auffiel, war seine Weigerung, der stereotype wütende schwarze Mann zu werden, zu dem ihn viele machen wollten", so Abdul-Jabbar über Russell. "Stattdessen konzentrierte er sich darauf, durch konkrete Aktionen und Programme einen Weg zu Veränderung und sozialer Gerechtigkeit zu finden."

Als Abdul-Jabbar im Laufe der Jahre die Freundschaft zu Russell vertiefte, machte es sich der jüngere Star zur Aufgabe, die strenge Fassade des älteren Staatsmannes zu knacken und ihn zum Lachen zu bringen.

"Er hatte ein hochtöniges Kichern von einem Lachen - irgendetwas zwischen einer schnatternden Gans und einem schreienden Esel - und nichts erhellte einen Raum so wie sein Lachen", schreibt Abdul-Jabbar. "Wenn Bill lachte, konnte man nicht anders als mitlachen."

Natürlich wurde Abdul-Jabbar von Russell auch als Sportler beeinflusst. Abdul-Jabbar berichtet von Russells Fähigkeit, seine Verteidigungsbemühungen auf bestimmte Gegner abzustimmen. Abdul-Jabbar beschreibt auch Russells defensive Antizipation als "wie ein Schachmeister". Abdul-Jabbar beauftragte die Musiklegende Chuck D (Public Enemy, Prophets of Rage), selbst ein prominenter Basketballfan, mit dem Zeichnen der Bilder für seinen Abschiedsbrief. 

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