Fußball

WM 2022: Dänemark kündigt Protestwelle in Katar an

Dänemarks Fußballnationalmannschaft wird bei der Weltmeisterschaft 2022 gegen die Menschenrechtsverletzungen in Katar protestieren. Das teilte der Verband mit.

Die Dänen protestierten bereits im März
Die Dänen protestierten bereits im März
Dänemark hat sich souverän für die WM 2022 in Katar qualifiziert. Dem Gastgeber steht der dänische Fußballverband allerdings kritisch gegenüber, weshalb die Verantwortlichen bereits kurz nach der Qualifikation eine Reihe von "kritischen Initiativen" ankündigten.
 
Demnach werden die Sponsoren auf der Trainingskleidung Platz machen für kritische Nachrichten gegenüber Katar. "Es ist ein sehr starkes Signal, wenn sich auch unsere Partner für bessere Bedingungen in Katar einsetzen", sagte Verbandschef Jakob Jensen in einer Erklärung. "Die Partner unterstützen den dänischen Fußball, die Herren-Nationalmannschaft und die sportliche Teilnahme an der EM und der WM - nicht den einzelnen Gastgeber."
 
Zudem werde die Anzahl der Reisen nach Katar für Mitarbeiter und Partner minimiert werden, damit "die Teilnahme an der WM-Endrunde in erster Linie eine sportliche Teilnahme und keine Werbung für die Veranstaltungen der WM-Organisatoren ist."
 
Katar ist aufgrund von Menschrechtsverletzungen und unwürdigen Arbeitsbedingungen für Gastarbeiter in die Kritik geraten. Laut einem Bericht der britischen Tageszeitung "Guardian" sollen über 6.500 Menschen vor Ort verstorben sein.

Der dänische Verband erklärte darüber hinaus, dass man bei der Auswahl von Hotels und anderen Dienstleistungen in Katar "kontinuierlich eine Due-Diligence-Prüfung" durchführen werde.

Katar erhielt im Jahr 2010 in einer umstrittenen FIFA-Abstimmung den Zuschlag für die Ausrichtung der Fußballweltmeisterschaft. Die FIFA ermittelte in der Folge zwar wegen des Verdachtes der Korruption, fand letztlich jedoch keine belastenden Beweise.