Südkorea: Klinsmann als Nationaltrainer entlassen

Vorzeitiger Abschied nach nur einem Jahr: Jürgen Klinsmann ist als Nationaltrainer von Südkorea entlassen worden. Der koreanische Fußballverband (KFA) habe "beschlossen, nach einer umfassenden Analyse einen Wechsel auf der Position des Cheftrainers zu vollziehen", gab KFA-Präsident Chung Mong-Gyu am Freitag auf einer Pressekonferenz bekannt. Die Trennung ist die Folge des vorzeitigen Scheiterns beim Asien-Cup.

Ist nicht länger Südkoreas Trainer: Jürgen Klinsmann
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AFP, SID, HECTOR RETAMAL

Es sei "eine unglaubliche Reise" gewesen, sagte Klinsmann, der in den Sozialen Medien eine Botschaft an seine Spieler, den Trainerstab und die Fans richtete: "Vielen Dank für eure Unterstützung, die uns ins Halbfinale des Asien-Pokals gebracht hat, und eine unglaubliche Reise in den letzten zwölf Monaten, in denen wir 13 Spiele in Folge nicht verloren haben. Kämpft weiter!"

Titelfavorit Südkorea war in Katar überraschend an Jordanien gescheitert. Zuletzt wurde bekannt, dass es Machtkämpfe und handgreifliche Auseinandersetzungen während des Turniers innerhalb der Mannschaft gegeben hat. Fans und südkoreanische Medien hatten in den vergangenen Tagen lautstark die Entlassung Klinsmanns gefordert. Der Verband folgte den Rufen nach einer Ablösung. Klinsmann habe nicht die nötigen Führungsqualitäten in Bereichen wie Taktik, Personalführung und Arbeitseinstellung an den Tag gelegt, führte Verbandspräsident Chung Mong-Gyu aus.

Der 59-Jährige war seit Ende Februar 2023 im Amt. In dieser Zeit riss die Kritik an ihm nie ab. Klinsmann, der mit Südkorea eigentlich den ersten Kontinentaltitel nach 64 Jahren holen wollte, habe bei seinen kurzen Aufenthalten im Land die Öffentlichkeit ignoriert, lautete einer der monierten Punkte. Er habe deshalb das Vertrauen verloren.

Von Beginn an war Klinsmann die Wahl seines Wohnsitzes in den USA vorgeworfen worden. Nach der jüngsten Enttäuschung gegen Jordanien (0:2), die in Medien als "Desaster" oder gar "Katastrophe" bezeichnet wurde, war der Druck immer größer geworden. Die Angriffe waren teils auch persönlich gewesen. Doch einen Rücktritt schloss Klinsmann, dessen Vertrag bis zur WM 2026 galt, aus.