Kommentar

Boris Becker: Sein unglaublicher Tennis-Ruhm wird hinter Gittern nicht verblassen

Boris Becker muss die größte Niederlage seines Lebens einstecken. Der ehemalige Tennis-Star wird von einem Londoner Gericht zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, aber sein Ruhm wird nie verblassen. Im Oktober 2023 könnte er vielleicht wieder frei sein.

Boris Becker beim Wimbledon-Sieg 1985
Credit: Imago
  • Kommentar: Mit Boris Becker muss keiner Mitleid haben
  • Gefängnis! Boris Becker steckt krachende Niederlage ein
  • Boris Becker: Seinen sportlichen Ruhm nimmt ihm keiner

Mit Boris Becker muss keiner Mitleid haben. Auf dem Center Court war der der sechsmalige Grand-Slam-Sieger einer der Größten. Mit Tennisbällen und Schlägern kannte er sich bestens aus. Bei seinen eigenen Finanzen leistete sich Becker aber einen Doppelfehler nach dem anderen.

Beratungsresistent soll Becker gewesen sein, der sich von nichts und niemandem reinreden ließ. Freunde hat Becker genügend, aber Hilfe von anderen soll er stets abgelehnt haben. Dabei überschätzte sich Becker gewaltig und steckte jetzt eine krachende Niederlage ein.

2002 war Becker noch mit einem blauen Auge davongekommen. Damals hatte Becker 1,7 Millionen Euro am deutschen Fiskus vorbeigeschleust und wurde zu zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Den ersten Warnschuss nahm Becker aber nicht ernst. 

Boris Becker: Wer einmal betrügt, betrügt immer

2017 zahlungsunfähig geworden, versuchte Becker sein Geld vor den Gläubigern zu verstecken. Aber das Finanzamt und die Gerichtsbarkeit verstehen bei Insolvenzverschleppung keinen Spaß, auch wenn Becker das Geld der Familie und seinen Ex-Frauen gegeben haben soll.

Sein Ansinnen ist vielleicht nicht zu verurteilen, seine Familie auch in schweren Zeiten weiter zu unterstützen. Aber die Naivität und die Kriminalität, mit der Becker dabei vorging, sind keineswegs entschuldbar. Wer einmal betrügt, betrügt immer - lautet ein altes Sprichwort. 

Boris Becker
Boris Becker
Credit: Imago
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Obwohl Becker vorbestraft war, konnte er wieder nicht widerstehen. Dabei setzte Becker sein persönliches Ansehen und seinen sportlichen Ruhm zum zweiten Mal aufs Spiel und zahlte mit der Freiheitsstrafe am Ende einen hohen Preis. Becker muss in London für zweieinhalb Jahre hinter Gitter.

Tennisfans werden Becker trotz Fehltritte immer lieben

Bei guter Führung kommt Becker - der 1985 mit 17 Jahren jüngster Wimbledon-Sieger aller Zeiten wurde - nach der Hälfte seiner Haftstrafe vielleicht vorzeitig aus dem Gefängnis. Im günstigsten Fall ist er im Oktober 2023 wieder auf freiem Fuß.

Aber 15 Monate sind eine lange Zeit. Die nächsten anderthalb Jahre werden das längste und härteste Match seines Lebens. Diese Zeit wird Becker verändern. Er wird als anderer - hoffentlich geläuterter - Mensch aus dem Gefängnis zurückkehren.

Vielleicht wird Becker nie mehr der Mensch, der er einmal war. Vielleicht kann er das Luxusleben in London nie wieder führen. Aber sein sportlicher Ruhm wird immer bleiben. Für seine Siege auf dem Tennisplatz werden ihn die Fans trotz aller Fehltritte immer lieben.

Boris Becker auf dem Weg zum Gericht in London
Boris Becker auf dem Weg zum Gericht in London
Credit: Imago
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