Australian Open

Vor Zverev-Duell: So schwer ist Novak Djokovic wirklich verletzt

Mal wieder gibt es Diskussionen um Novak Djokovic: Nachdem sich der Serbe in seinem Viertelfinale vermeintlich verletzt hatte, ist unklar, wie fit er in das Halbfinale gegen Alexander Zverev geht. Sports Illustrated erklärt, wie schwer Djokovic wirklich verletzt ist. 

Novak Djokovic schreit seine Freude nach dem Viertelfinal-Sieg heraus

Kurz musste man die Befürchtung haben, dass das Giganten-Duell im Viertelfinale der Australian Open ein frühzeitiges Ende finden würde: Im Duell mit Supertalent Carlos Alcaraz ließ sich Grand-Slam- und Melbourne-Rekordsieger Novak Djokovic beim Stand von 4:5 im ersten Satz ausgiebig behandeln. Djokovic – so der Anschein – war es zuvor bei einem langen Schritt in den Oberschenkel gefahren. Während der etwa fünfminütigen Unterbrechung nahm der Serbe zwei Schmerztabletten, blickte immer wieder mit schmerzverzerrter Miene zu seiner Box und bereitete den Zuschauern Anlass zur Sorge. 

Doch dann die Überraschung: Djokovic spielte nach der Behandlung ohne sichtbare Einschränkung weiter, verlor zwar den ersten Satz, schlug Alcaraz allerdings am Ende in vier Sätzen. Grund genug, die öffentliche Diskussion um seine Person wieder einzuheizen. Denn: Bereits in der Vergangenheit wurden immer wieder Vorwürfe laut, Djokovic würde Verletzungen vortäuschen, um den Gegner durch entstehende Behandlungspausen und die Ungewissheit über seine körperliche Verfassung aus dem Konzept zu bringen.  

Nach dem Alcaraz-Match hatte der „Djoker“ behauptet, er hätte das Match nicht zu Ende gespielt, hätte er den zweiten Satz auch noch verloren – dann allerdings hätten die Tabletten gewirkt. Eine Aussage, die mehr als fragwürdig erscheint. Auch sein spanischer Viertelfinal-Gegner äußerste auf der folgenden Pressekonferenz seine Zweifel an der Djokovic-Verletzung. „Ich will nicht sagen, dass er eine Show abgezogen hat, aber im zweiten Satz sah es so aus, als ob er Probleme hätte, und im dritten und vierten Satz habe ich nichts gesehen“, so Alcaraz.  

Novak Djokovic hatte mit körperlichen Problemen zu kämpfen
Der Blickt geht in die Box: Novak Djokovic hatte im Viertelfinale mit vermeintlichen Verletzungsproblemen zu kämpfen
Credit: Imago
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Bereits während des Matches hatte Tennis-Legende und ESPN-Experte John McEnroe in der Übertragung die Verletzung als bewusstes taktisches Mittel deklariert: „Das ist nicht das erste Mal, dass wir so etwas sehen. Lassen Sie sich davon nicht täuschen.“ Und auch Boris Becker, Eurosport-Experte und Djokovics Ex-Trainer, sagte dem TV-Sender, dass man sich beim Serben nie sicher sein könne und er immer „zwischen Himmel und Hölle“ wandle.  

Bereits bei seinem letzten Australian-Open-Triumph 2023 hatte Djokovic im Turnierverlauf immer wieder über angebliche Beschwerden beklagt und mehrfach angedeutet, nicht zu wissen, ob er das nächste Match überhaupt spielen könne. Auch damals wurde Djokovic Theatralik und bewusste taktische Täuschung seiner Gegner vorgeworfen – die Vorwürfe sind für den Serben somit nichts Neues.  

Zwar sagte der 37-Jährige seine geplante Trainingseinheit am Donnerstag ab, allerdings könnte dies der Tatsache geschuldet sein, dass Djokovic seinem Körper etwas mehr Ruhe gönnen möchte. Aber deshalb lässt man sich im Lager von Alexander Zverev vor dem Halbfinal-Duell der beiden Superstars nicht vom Gehabe des Serben beeindrucken. Bruder Mischa sagte im Eurosport-Gespräch, dass sich „Sascha“ voll auf sich fokussiere und ein „verletzter Djokovic ja fast noch gefährlicher“ sei. Der Beleg, dass auch Zverev seinen Gegner im Vollbesitz seiner Kräfte erwartet.  

Diese Annahme deckt sich auch mit Sports-Illustrated-Informationen. Sollte Djokovic im Duell mit Alcaraz ernstzunehmende Probleme gehabt haben, hat er diese mittlerweile überwunden. Dennoch ist nicht auszuschließen, dass er auch im Match gegen Zverev wieder auf dieses Mittel zurückgreift. Deshalb ist der Deutsche gut beraten, sich nicht auf Djokovics Psychospiele einzulassen und sich darauf zu konzentrieren, erneut die mentale und spielerische Topleistung, die er im bisherigen Turnier gezeigt hatte, abzurufen. Denn dann ist Zverev aktuell der spielerisch und körperlich bessere Tennisspieler – egal ob gegen einen fitten oder verletzten Novak Djokovic.  



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