Leichtathletik

Leo Neugebauer: "Als Zehnkämpfer ist man nie perfekt"

Leo Neugebauer ist Deutschlands neuer Leichtathletik-Star, Olympia-Silbermedaillengewinner – und auf dem Cover der Sports Illustrated. Im Interview spricht er über WM-Chancen, das Leben in den USA und schwäbische Sparsamkeit.

Leo Neugebauer
Credit: Constantin Mirbach
  • Leo Neugebauer im exklusiven Sports-Illustrated-Interview
  • Zehnkampf-Star Leo Neugebauer gewinnt Silber bei Olympia 2024
  • Neugebauer über Leben in USA und Titelchancen bei der WM in Tokio

Sports Illustrated: Dieses Interview klappt erst im zweiten Versuch – eigentlich hätten wir schon vor einer Woche sprechen sollen. Doch dann standen bei Ihnen in Austin plötzlich die Dopingkontrolleure vor der Tür.

Leo Neugebauer: Sie kommen oft morgens und leider meistens, wenn ich gerade auf der Toilette war. Dann muss ich warten, bis ich wieder kann, manchmal dauert das etwas länger. 

Sports Illustrated: Wasser trinken, Kaffee – gibt es da ein paar Tricks, damit es schneller läuft?

Neugebauer: Ja, ich trinke viel Wasser. Und ich lasse auf der Toilette nebenbei den Wasserhahn laufen. Aber bis dahin dauert es oft. Einmal klingelten die Kontrolleure direkt vor dem Super Bowl bei mir. Ich war noch zu Hause, wollte das Spiel eigentlich bei einem Kumpel schauen, stattdessen: Dopingkontrolle. Weil es wieder nicht lief, habe ich den Super Bowl bis zur Halftime-Show mit den Kontrolleuren geguckt. Das klingt dann schon verrückt für Menschen, die keine Profisportler sind. Aber klar, der Sport muss sauber sein, deshalb ist das absolut notwendig.

Sports Illustrated: Im September steht für Sie das Highlight des Jahres an: die Leichtathletik- WM in Japans Hauptstadt Tokio – gleichzeitig erst Ihr zweiter, vollwertiger Zehnkampf in dieser Saison. 

Neugebauer: Die meisten Athleten in der Zehnkampf- Weltspitze absolvieren nur zwei volle Wettkämpfe pro Saison. Als ich noch an der Universität war, waren es bei mir mindestens drei – in diesem Jahr will ich mich noch stärker fokussieren. Prinzip Trial and Error, und nach der Saison sehen wir, ob das funktioniert hat.

Sports Illustrated: Erhöht das den Druck, performen zu müssen? Viele Chancen haben Sie ja nicht.

Neugebauer: Am Ende hat man bei den großen internationalen Wettkämpfen – ob Olympische Spiele oder Weltmeisterschaften – sowieso nur eine Chance. Ob man zuvor zehn gute Zehnkämpfe hatte oder gar keinen, ist egal. Man muss abliefern, wenn es darauf ankommt. Aber das Gefühl ist schon ein anderes.

Sports Illustrated: Inwiefern?

Neugebauer: Macht man viele Zehnkämpfe in Folge, kommt es vor allem auf die Recovery an, die Erholung. Andererseits sammelt man dadurch Wettkampferfahrung. Es ist also immer eine Plus-Minus-Rechnung.

Sports Illustrated: Was ist Ihr Ziel für die WM?

Neugebauer: Ich tue mir schwer damit, über Medaillen oder Platzierungen zu sprechen. Man weiß nie, was die Konkurrenz macht. Ich versuche, nur für mich einen richtig guten, soliden Zehnkampf zu machen. Wenn das gelingt, bin ich meistens oben mit dabei. Ich will einfach mein Ding machen.

Sports Illustrated: Bei den Olympischen Spielen in Paris im vergangenen Sommer gewannen Sie Silber und schrammten knapp an der Goldmedaille vorbei. Hadern Sie damit gelegentlich?

Neugebauer: Nein, nein. Paris hat mir so viel gegeben. Ob es am Ende Gold oder Silber ist, finde ich gar nicht so entscheidend. Was die Silbermedaille für mich und mein Leben bewirkt hat, ist kaum zu beschreiben, was das für Wellen in Deutschland geschlagen hat. Und es ist schön, wenn für die Zukunft und mit Blick auf die Spiele 2028 noch ein Ziel offenbleibt. Das gibt noch mal einen anderen Antrieb. Wenn ich Olympiagold gewonnen hätte: Wer weiß, ob ich noch diesen Drive hätte?

(Fast) ganz Oben: Bei seiner ersten Olympia-Teilnahme 2024 gewann Neugebauer mit 8.748 Punkten die Silbermedaille
(Fast) ganz Oben: Bei seiner ersten Olympia-Teilnahme 2024 gewann Neugebauer mit 8.748 Punkten die Silbermedaille
Credit: Constantin Mirbach
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Sports Illustrated: Eine olympische Medaille war Ihr erklärtes großes Ziel. Nachdem Sie das erreicht hatten: Mussten Sie diesen Drive erst erneut finden?

Neugebauer: Im ersten Moment war mein Gefühl: „Wow, ich habe es geschafft.“ In diesem Jahr nach den Spielen kommt der Antrieb eher aus der neuen Situation, an die ich mich gewöhnen muss. Nach meinem Abschluss an der Universität habe ich nun ein komplett neues Leben, einen neuen Saisonablauf, einen neuen Wettkampfablauf.

Sports Illustrated: Sie haben Ihr Wirtschaftsstudium an der Universität von Austin beendet, sind jetzt Vollzeit-Athlet. Was hat sich dadurch für Sie geändert?

Neugebauer: Gar nicht so viel – außer dass ich nicht mehr an die Uni gehe und Vorlesungen besuche. Das finde ich einerseits nicht so schlimm, andererseits fehlt es mir manchmal ein bisschen. Ich kann mich jetzt aber noch stärker auf den Sport fokussieren und mache weiter Dinge nebenbei, wie Content für Social Media.

Sports Illustrated: Sie trainieren auch weiter an der Universität?

Neugebauer: Genau. Der Headcoach dort darf entscheiden, wer auch nach dem Studium weiter mittrainieren und die ganze Infrastruktur nutzen darf. Es gibt da ein paar Richtlinien und Normen, die man dafür erfüllen muss, wie etwa eine Qualifikation für Olympische Spiele oder die WM. Außerdem muss man natürlich Alumni der Uni sein und darf dem Coach nicht irgendwelche Probleme machen. Dann kann man weiter dabeibleiben.

Sports Illustrated: Sie halten den deutschen Zehnkampf- Rekord. Haben Sie den Weltrekord im Hinterkopf, dient er als Motivation?

Neugebauer: Einerseits: auf jeden Fall. Andererseits fokussiere ich mich nicht so sehr auf Rekorde. Die bricht man meistens, wenn man sich nicht so sehr darauf konzentriert, das passiert eher so nebenbei. Wenn man sich gut fühlt, einen coolen Wettkampf macht und so gewissermaßen durchvibt.

Sports Illustrated: Es gibt nicht viele sportliche Wettbewerbe wie den Zehnkampf, bei dem man an einem Tag fünf Disziplinen absolviert, dann ins Bett geht und am nächsten Tag noch mal fünf Disziplinen anstehen. Schlafen Sie da immer gut?

Neugebauer: Mittlerweile komme ich damit gut klar. Früher war das anders: Wenn Tag eins richtig gut lief, war ich voller Adrenalin und konnte schlecht einschlafen. Jetzt habe ich das besser im Griff. Ich schalte mein Handy aus, gehe zur Physio, esse ein bisschen was, und dann geht’s ins Bett. Meistens bin ich so kaputt, dass ich richtig gut schlafe. 

Leo Neugebauer
Leo Neugebauer
Credit: Constantin Mirbach
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Sports Illustrated: Wie sieht Ihr Trainingsalltag aus? Im Gegensatz zu den meisten anderen Sportlern müssen Sie zehn verschiedene Disziplinen trainieren. Klingt anstrengend.

Neugebauer: Ist es auch. Ich trainiere meistens zwei Disziplinen pro Tag, plus Lauf- oder Krafttraining, das ergibt ein paar Stunden pro Tag. Das mache ich von Montag bis Freitag. Samstag und Sonntag stehen leichtere Workouts und Erholung an, um am Montag wieder frisch zu sein. Es ist ein langes, hartes Training, aber ich möchte das um nichts in der Welt ändern. Ich liebe es, zu trainieren.

Sports Illustrated: Als Zehnkämpfer müssen Sie schon während des Wettkampfs Rückschläge überwinden, dürfen sich von einer schwachen Leistung nicht aus dem Konzept bringen lassen. Wie schwer ist das?

Neugebauer: Das muss man erst lernen, das ist nicht einfach, und selbst die Zehnkampf- Veteranen sind darin nicht immer die Besten. Aber abhaken, weitermachen: Darin bin ich mittlerweile ziemlich gut. Das war nicht immer so, aber über die Jahre wird das immer besser. Daran arbeite ich konstant.

Sports Illustrated: Wie?

Neugebauer: Was ich gelernt habe: Du darfst dich nie auf das Endergebnis fokussieren. Sonst hast du ständig im Kopf, dass du gerade 100 Punkte hinterher bist, und setzt dich unter Druck, den Rückstand bei der nächsten Disziplin aufholen zu müssen. Und dann geht es bergab. Du musst im Moment sein.

Sports Illustrated: Was macht den Reiz des Zehnkampfs aus?

Neugebauer: Die Kombination der verschiedenen Disziplinen und in ihnen allen solide bis sehr gut zu sein. In dem Wissen, dass man nie perfekt sein wird, wie es bei einem Spezialisten der Fall ist. Bei uns geht das gar nicht. Aber so nah wie möglich ranzukommen, das reizt mich. Im Zehnkampf hat man als Athlet so viel Potenzial, immer besser zu werden. Hier haben wir vielleicht die Technik nicht, hier fehlt noch ein bisschen Kraft. Ein richtig guter, reiner Sprinter zum Beispiel tut sich im Vergleich dazu viel schwerer, immer genau zu wissen, an welchem Punkt er sich noch verbessern kann.

Sports Illustrated: Sie haben einmal gesagt, dass Sie „den Zehnkampf sexy machen wollen“. Klappt’s?

Neugebauer: Mit einem Sport, der so eine lange Geschichte hat, ist das nicht so einfach. Man darf auch nicht zu viel ändern. Aber das ISTAF 2024 in Berlin war ein gutes Beispiel: Hier sind wir im abschließenden 1.500-Meter-Lauf nicht wie üblich gleichzeitig gestartet, sondern nach der vorherigen Leistung zeitversetzt, wie bei der Verfolgung im Skilanglauf. Man musste den anderen einholen, und Sieger war der, der als Erstes im Ziel war. Das fand ich richtig gut, das erhöht die Spannung, in dieser Hinsicht kann man ruhig noch kreativer werden.

Sports Illustrated: Unser Fotoshoot fand nahe Ihrer Heimat Stuttgart statt, auch im Moment sind Sie wieder für kurze Zeit in Deutschland. Den Großteil des Jahres leben und trainieren Sie aber in den USA, und das schon seit 2019. Ist Austin, Texas mittlerweile Ihr Zuhause?

Neugebauer: Nein, meine Heimat ist hier in Deutschland, in der Nähe von Stuttgart. Das wird auch immer so bleiben. Aber ich fühle mich sehr wohl in Austin. Mein Leben folgt dort einer festen Routine, ich habe da meinen Coffeeshop, kenne mich in der Umgebung gut aus, habe meine Coaches in der Nähe. Auch das konstant schöne, warme Wetter kommt mir beim Training zugute.

Sports Illustrated: Haben Sie einen Karriereplan, wie könnte der nächste Schritt aussehen?

Neugebauer: Ich schaue von Jahr zu Jahr, schließlich kann sich alles schnell ändern: Wenn die Coaches die Uni verlassen, würde ich wahrscheinlich auch wechseln. Wohin, darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht.

Leo Neugebauer
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Credit: Constantin Mirbach
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Sports Illustrated: Als Student hatten Sie ein Stipendium. Wie finanzieren Sie nun Ihr Profi-Leben?

Neugebauer: Hauptsächlich über Werbeverträge, davon kann ich in den USA gut leben. Aber ich muss jetzt mehr Kosten selbst tragen wie Essen und Miete, die vorher die Uni übernommen hat. Auch meine Physiotherapeutin bezahle ich selbst.

Sports Illustrated: Sie haben Wirtschaftswissenschaften studiert. Interessiert Sie das Unternehmertum?

Neugebauer: Ja, ich will mein eigenes Business hochziehen, das ist meine Leidenschaft, dafür brenne ich. Es ist wie im Sport: Man ist auf sich angewiesen und muss viel Zeit und Energie reinstecken, um sich etwas aufzubauen. Im Hintergrund arbeite ich schon etwas daran.

Sports Illustrated: Woher kommt dieses Interesse?

Neugebauer: Das kann ich gar nicht so genau sagen. Aber es gibt in den USA eine Fernsehshow, „Shark Tank“ …

Sports Illustrated: So ähnlich wie die Investoren-Show „Die Höhle der Löwen“ in Deutschland …

Neugebauer: Genau. Ich liebe diese Show. Man erfährt viel über Start-ups, wie die Unternehmer an die Sache rangehen und wie sie sich ihr Business aufgebaut haben. Das sind inspirierende Storys. An der Uni hatte ich Entrepreneurship im Nebenfach, da mussten wir zur Übung Businesses planen und unsere Ideen pitchen. Das hat mir jedes Mal großen Spaß gemacht.

Sports Illustrated: Haben Sie schon konkrete Pläne für Ihr Business?

Neugebauer: Es gibt eine Idee, an der ich gerade hauptsächlich arbeite. Aber das behalte ich im Moment noch für mich.

Sports Illustrated: Ihr Instagram-Account „leothegerman“ hat über 560.000 Follower. Welche Rolle spielt Social Media für Sie?

Neugebauer: Social Media hat mir sehr, sehr viel gebracht. Gerade in einem Sport wie der Leichtathletik, die nicht ständig im Fokus der Öffentlichkeit steht, spielt das eine extrem wichtige Rolle. Du bist als Sportler deshalb darauf angewiesen, dir selbst etwas aufzubauen und eine eigene Marke zu entwickeln. Viele Athleten konzentrieren sich leider nur auf den Sport allein, dabei könnten sie daneben noch viel mehr machen und ausprobieren. Das würde ihnen helfen – und der Popularität der Leichtathletik im Ganzen. Leichtathletik ist so großartig und interessant, da geht auf jeden Fall noch mehr in Sachen Aufmerksamkeit.

Sports Illustrated: Von Skript über Dreh bis Schnitt: Machen Sie das alles selbst oder arbeiten Sie mit einem Team zusammen?

Neugebauer: Das bin alles ich. Meinen Tripod habe ich immer mit dabei. Den baue ich auf, filme, dann kommt das Voiceover – fertig. Wenn man das so lange macht wie ich, fällt das einem leicht. Am Anfang muss man sich etwas überwinden, einfach machen – und dann vor allem konstant dranbleiben. Es muss nicht immer perfekt aussehen, das ist nicht so wichtig.

Sports Illustrated: Während der Wettkämpfe haben Sie Social Media aber zuletzt reduziert.

Neugebauer: Ja, vor allem was meinen eigenen Konsum angeht. Vor dem Wettkampf lösche ich Instagram von meinem Handy, sodass mich möglichst wenig ablenkt.

Leo Neugebauer
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Credit: Constantin Mirbach
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Sports Illustrated: Sind Sie eher Kopf- oder Bauchmensch? 

Neugebauer: Ich kann gut Schlüsse ziehen und analysieren, was gut oder schlecht für mich ist. Da mache ich mir schon Gedanken. Andererseits bin ich manchmal sehr spontan und treffe große Entscheidungen, bei denen andere sagen: „Uh, bist du dir da sicher?“ Ich sage: „Ja, machen wir so!“

Sports Illustrated: Was inspiriert Sie abseits des Sports?

Neugebauer: Style ist wichtig für mich. Klamotten, Schmuck, all diese Dinge. Look good, feel good. Ich hatte jetzt schon lange keinen Haarschnitt mehr, aber frisch vom Friseur zu kommen, gibt mir ein wahnsinnig gutes Gefühl.

Sports Illustrated: Bei unserem Fotoshoot waren Sie penibel auf die Sauberkeit der Kleidung Ihres Ausrüsters Nike bedacht. Bevor Sie sich mit der hellen Hose auf die blaue Tartanbahn setzten, legten Sie erst ein Papiertuch unter.

Neugebauer: Ich liebe es einfach, alles sauber zu haben. Vor allem Klamotten.

Leo Neugebauer
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Credit: Constantin Mirbach
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Sports Illustrated: Sie leben seit über fünf Jahren in den USA. Wie hat Sie das Land geprägt?

Neugebauer: Ich bin dort aufgeblüht. 18, 19 war genau das richtige Alter, um diesen Schritt zu machen. Es ist wichtig, als junger Erwachsener irgendwann von zu Hause wegzukommen und in die Situation, für sich selbst verantwortlich zu sein. Daraus habe ich ziemlich viel fürs Leben gelernt. Ich würde gern noch andere fremde Länder erforschen und dort eine Weile leben.

Sports Illustrated: Wie sieht es mit typisch deutschen Klischees in den USA aus? Stichwort: Pünktlichkeit?

Neugebauer: Ich bin wirklich immer pünktlich – oder fünf Minuten früher da. Hier ist fast nie irgendjemand pünktlich. Wir haben uns mal in einer Gruppe in einem Restaurant verabredet. Der Einzige, der pünktlich war, war ich. In Deutschland würde das nie vorkommen, da würde man zumindest anrufen oder Bescheid sagen, dass es später wird. Ich habe einen Kumpel in den USA, mit dem ich regelmäßig etwas unternehme. Und er versucht zwar, pünktlich zu sein, schafft es aber einfach nicht. Keine Ahnung, woran das liegt.

Sports Illustrated: Gibt es weitere kulturelle Unterschiede, die Ihnen auffallen?

Neugebauer: Ich bin ja Schwabe, und die sparen bekanntlich gern. Das liegt mir im Blut – außer wenn es um Essen geht. Ich fahre kurze Strecken hier in Austin sehr gern mit E-Scootern, viele meiner Freunde hier nehmen dafür schon auch öfter das Auto. Das ist wohl diese schwäbische Sparsamkeit, die den Amerikanern nicht so gegeben ist. Ich bekomme aber bald mein neues Auto von meinem Partner Audi, das hilft mir vor allem für die größeren Strecken, die es hier in den USA oft gibt. Das ganze System hier ist auf Konsum aufgebaut. Amerikaner leben einfach im Hier und Jetzt und von Paycheck zu Paycheck, wir Deutschen manchmal vielleicht etwas zu sehr in der Zukunft. Ich versuche, da einen Mittelweg für mich zu finden.

Sports Illustrated: Wollen Sie irgendwann zurück nach Deutschland?

Neugebauer: Auf jeden Fall. Eine Familie würde ich lieber in Deutschland oder Europa großziehen wollen. Für mich allein ist der Lifestyle hier in Austin schön, mit Familie ist Europa sicherer, das Essen besser und so weiter.

Sports Illustrated: Sie hatten beim Shoot auch Ihren Cowboyhut dabei. Was bedeutet er Ihnen?

Neugebauer: Als ich an die Uni kam und Menschen mit Cowboyhüten und -stiefeln sah, fand ich, dass das wirklich lächerlich aussah. Als ich Besuch von meinem Management bekam, überzeugten sie mich, doch mal einen Hut auszuprobieren. Jetzt liebe ich ihn. Cowboystiefel habe ich mittlerweile auch. Die klackern beim Laufen, darin fühlt man sich ein bisschen wie ein Cowboy.

Leo Neugebauer
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Credit: Constantin Mirbach
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