Hyrox-Weltmeisterin Linda Meier: "Profis gehen keine Kompromisse ein"
- Hyrox-Weltmeisterin Linda Meier im Sports-Illustrated-Interview
- Linda Meier spricht über Training, Wettkampf und Supplements
- Meier: "Hydroload und Elektrolyte unterstützen mich im Training"
- Hyrox-Gründer Moritz Fürste: "Wollen 2032 bei Olympia in Brisbane dabei sein"
Sports Illustrated: Wie sind Sie ursprünglich zu Hyrox gekommen – und was hat Sie so begeistert, dass Sie dabeigeblieben sind?
Linda Meier: Bei mir war es totaler Zufall. Ich bin 2019 über Freunde auf Hyrox aufmerksam geworden. Sie haben sich damals aktiv auf einen Wettkampf vorbereitet und meinten zu mir: „Ach Linda, du trainierst so vielseitig – viel Laufen, viel Krafttraining, aber irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes. Das könnte dir gefallen."
Sports Illustrated: Was ist dann passiert?
Meier: Ich habe mir das Konzept im Internet durchgelesen und dachte sofort: Das klingt gut, da mache ich mit. Also bin ich nach Essen gefahren – und habe gleich meinen ersten Hyrox gewonnen. Das war eine riesige Überraschung. Meine Begeisterung für diesen Sport war sofort entfacht: die Atmosphäre in der Halle, das Event an sich – alles war sehr cool. Natürlich hat es mich zusätzlich motiviert, dass ich in dieser Sportart wirklich gut bin.
Sports Illustrated: Haben Sie vor Hyrox noch andere Sportarten betrieben?
Meier: Ich war früher Freizeitsportlerin und hatte keine bestimmte Sportart, der ich mich zugehörig gefühlt habe. Ich bin viel gelaufen, habe als Kind kurz Leichtathletik gemacht – aber nur bis etwa sechs oder sieben Jahre. Danach habe ich eine Art Sportarten-Hopping betrieben: Fußball, Basketball, Tanzen. Mit dem Studium wurde das Fitnessstudio zur Konstante – einfach, weil es praktisch war. Ich war eine klassische Fitnessstudio-Gängerin.

Sports Illustrated: Wie sieht eine typische Trainingswoche bei Ihnen aus?
Meier: Meine Trainingswoche unterscheidet sich gar nicht so stark zwischen Trainings- und Wettkampfphase – eher im Volumen. Grundsätzlich trainiere ich sechs Tage pro Woche. Ich habe eine Laufeinheit für die Grundlagenausdauer, eine Intervall-Einheit und einmal Compromised Running, also den Hyrox-spezifischen Wechsel zwischen Laufen und Kraftübungen. Zusätzlich habe ich zweimal pro Woche klassisches Krafttraining im Plan sowie Rudern und SkiErg – alles Hyrox-Disziplinen –, damit die Laufbelastung nicht zu einseitig ist. Insgesamt komme ich so auf sieben bis acht Einheiten pro Woche, was bedeutet, dass ich an zwei Tagen Doppelsessions habe, meist am Wochenende.
Sports Illustrated: Was ist aus Ihrer Sicht im Training am wichtigsten?
Meier: Ein Lauf-Background ist definitiv ein großer Vorteil, weil Laufen den größten Teil eines HYROX-Rennens ausmacht. Die Ausdauer besitzt einen hohen Stellenwert. Aber auch Krafttraining ist wichtig. Ich glaube, dass mir mein Fitnessstudio-Hintergrund – auch wenn es „nur“ klassisches Gerätetraining war – sehr geholfen hat.
Sports Illustrated: Was unterscheidet Ihrer Meinung nach sehr erfolgreiche Hyrox-Athletinnen von guten Athletinnen?
Meier: Der WM-Titel 2025 kam sehr überraschend für mich – gerade auch, weil ich einen Hauptjob als Wirtschaftsinformatikerin und deutlich weniger Zeit für den Sport habe als manche andere Athletin. Der WM-Titel war das Ergebnis jahrelanger harter und konsequenter Arbeit – langfristig und smart gedacht. Er ist momentan die höchste Auszeichnung, die man beim Hyrox erreichen kann. Mehr geht nicht. Am Ende hat sich die kompromisslose Fokussierung auf den Sport ausgezahlt: Ernährung, Regeneration, Schlaf – alles zählt. Ein Profiathlet geht keine Kompromisse ein. Man muss klar definieren, dass man diesen Weg gehen will, sich fokussieren und diszipliniert bleiben.
Sports Illustrated: Hyrox gilt als extrem hart. Wie sehr muss man sich quälen können?
Meier: Jeder Wettkampf ist eine enorme Herausforderung – oft mental sogar mehr als körperlich. Man weiß, dass man rund eine Stunde leidet, wenn man 100 Prozent gibt. Auch im Training gehört das Durchquälen dazu. Aber der Moment, wenn man über die Ziellinie läuft, ist unbeschreiblich. Das motiviert unglaublich. Zudem spielt die Selbstmotivation im Wettkampf eine große Rolle – ebenso wie die Hyrox-Community. Anfeuerungen von außen können unglaublich pushen, selbst an Tagen, an denen es nicht perfekt läuft.

Sports Illustrated: Sehen Sie sich eher als Einzelkämpferin – und wie wichtig ist Selbstmotivation?
Meier: Hyrox ist im Kern eine Individualsportart. Ich laufe zwar auch gerne Doubles oder Relays, aber das hat für mich eher Spaßcharakter. Das Single Race ist der Moment, in dem ich zeigen kann, wie sehr ich trainiert habe – mit allen Stärken und Schwächen. Ich bin definitiv eher Einzelkämpferin. Ich brauche den Fokus auf mich selbst. Zu sehr nach links und rechts zu schauen, macht mich nervös. Im Rennen kämpfe ich nicht wirklich gegen andere, sondern gegen mich selbst. Dabei motiviere ich mich stark über innere Dialoge – eine Art Selbstgespräche. Ich erinnere mich daran, was ich im Training schon geschafft habe.
Sports Illustrated: Sind Sie im Wettkampf komplett „im Tunnel“?
Meier: Im besten Fall ja. Das ist für mich die beste Art, meine Leistung abzurufen. Ich konzentriere mich auf zwei bis drei Fokus-Punkte, die ich vorab mit meinem Coach festgelegt habe. Das hilft mir im Wettkampf, bei mir selbst zu bleiben.
Sports Illustrated: Arbeiten Sie mit einem Mentalcoach zusammen?
Meier: Mentalcoaching ist auf diesem Leistungsniveau extrem wichtig. Ich habe mir viel Input von anderen Athleten geholt, vor allem aus den USA, wo Mentaltraining ganz selbstverständlich zum Trainingsalltag gehört. Ich arbeite einmal pro Woche etwa 30 Minuten daran. Das klingt wenig, bringt aber viel – vor allem im Umgang mit schwierigen Wettkampfsituationen.
Sports Illustrated: Als Athletin wirken Sie sehr stark, privat eher zurückhaltend. Haben Sie zwei unterschiedliche Persönlichkeiten?
Meier: Ja, das glaube ich schon. Im Wettkampf braucht man diese Power-Seite, bei der man die Ellbogen ausfahren darf. Privat habe ich ein sehr bodenständiges Umfeld aus Familie und Freunden, viele davon haben wenig mit Sport zu tun. Das ist wichtig für den Ausgleich und um neue Energie zu tanken.

Sports Illustrated: Wie verbringen Sie Ihre Freizeit abseits des Sports?
Meier: Ich lese sehr viel, vor allem auf Reisen. Außerdem koche ich unglaublich gerne – das erdet mich. Und natürlich verbringe ich viel Zeit mit Freunden und Familie.
Sports Illustrated: Sie arbeiten mit ESN zusammen. Welche Produkte sind für Sie im Training und Wettkampf unverzichtbar – und warum?
Meier: Die Produkte Hydroload und Elektrolyte unterstützen mich im Training dabei, den Verlust von Mineralstoffen durch Schwitzen wieder auszugleichen und meine Leistungsfähigkeit und Konzentration aufrecht zu erhalten. Das unterstützt zeitgleich meine Regeneration, da ich meinem Körper direkt die nötigen Nährstoffe liefere, die er braucht, ich will ja schnell wieder fit und leistungsbereit werden – nicht nur fürs nächste Training, sondern auch im Alltag.
Sports Illustrated: Viele Athletinnen supplementieren, ohne genau hinzuschauen. Was raten Sie Einsteigerinnen in Bezug auf Ernährung und ESN-Produkte?
Meier: Das Wichtigste ist, sich zu informieren und nicht blind zu konsumieren. Ich habe Zöliakie – eine chronische Autoimmunerkrankung, bei der der Körper auf Gluten reagiert. Daher spielt Ernährung für mich eine besonders große Rolle. Über Blutuntersuchungen habe ich meinen individuellen Bedarf ermittelt und darauf abgestimmt supplementiert. Qualität ist dabei wichtig – gerade als Leistungssportlerin. Die ESN-Produkte stehen auf der Kölner Liste, was mir in Bezug auf Doping Sicherheit gibt. Mein Rat: Bedarf analysieren, Qualität prüfen und nur das supplementieren, was man wirklich braucht.

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