Golf-Star Stephan Jäger: "Am Strand packte mich das Golf- Fieber"
- Stephan Jäger entdeckt am Strand in Singapur seine Leidenschaft für Golf
- Im Golfclub Eichenried legt Golf-Profi Jäger den Grundstein für seine Karriere
- Stephan Jäger in unserer Rubrik "How it started" über seine Golf-Anfänge
Als bayerischer Bub habe ich, klar, früh mit dem Fußballspielen angefangen, bin im Winter Ski gefahren. Meine ersten Golferinnerungen stammen aus Urlauben in Asien, unter anderem Thailand und Singapur – mein Papa hatte 30 Jahre lang ein Reisebüro, deswegen sind wir ziemlich viel gereist. Ich habe damals noch nicht Golf gespielt, durfte aber das Kart fahren. Selbst angefangen zu spielen habe ich dann mit neun oder zehn, als mir meine Eltern mein erstes eigenes Golfbag schenkten. Das war auch im Urlaub, ich glaube, am Strand in Singapur. Das Bag war blau und schwarz. Da hat mich dieses Golffieber zum ersten Mal ein bisschen gepackt. Wobei Golf zu dem Zeitpunkt noch nicht im Vordergrund stand.
Wir hatten immer noch zwei-, dreimal die Woche Fußballtraining und am Wochenende ein Spiel. Im Golfclub Eichenried, von dem wir nur in etwa einen Kilometer entfernt wohnten, war immer freitags Jugendtraining. Mit 12, 13 wurde ich dann besser im Golf, und es hat sich alles ein wenig verlagert. Bis ich, mit 15, ausschließlich Golf gespielt habe. Ich kam mittags um 13 Uhr aus dem Gymnasium in Erding bei München nach Hause, habe das Bag genommen, bin zum Golfclub geradelt und habe dort trainiert. Zu dem Zeitpunkt konnte man dann schon sehen, dass ich schnell besser werde.
Hinzu kommt: Bei uns im GC Eichenried wurden schon damals jeden Sommer die BMW Open ausgetragen, bei der Spieler wie John Daly, Sergio Garcia oder Ernie Els antraten. Am 18. Loch haben sie uns Kindern immer ihre Bälle, Kappen und Handschuhe zugeworfen. Das war für mich beeindruckend, und ich dachte mir: Profigolfer werden, das wäre schon toll! Mit 15, 16 spielte ich im bayerischen, später auch im nationalen Golfkader.
Und im August 2006, mit 17, wechselte ich an die Baylor High School in Tennessee, eine Schule mit gutem Golfteam. Der Plan war ursprünglich, ein Jahr dort zu bleiben, fürs Abitur zurück nach Deutschland zu kommen und anschließend in die USA aufs College zu gehen. Aber schon in diesem ersten Jahr haben mir College- Coaches zugeschaut, und wir dachten: Wenn es so einfacher ist, ein Stipendium zu bekommen … Ich habe mich dann für die University of Tennessee at Chattanooga entschieden.
Als ich 2016 als Profi mein erstes Turnier gewann und dabei unter anderem eine 58er-Runde spielte – bis dato der beste auf einer US-Profitour erzielte Score –, schrieb mir der große Arnold Palmer einen Brief. Und ich dachte: Schon toll, dass der jetzt den Namen von diesem Bub aus Bayern kennt.
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