Darja Varfolomeev: Warum ich durchs Turnen einen Hund geschenkt bekam
- "How it started": Darja Varfolomeev über die Anfänge ihrer Karriere
- Darja Varfolomeev ist das Aushängeschild der rhythmischen Sportgymnastik
- Varfolomeev: Deshalb habe ich dem Sport meinen Hund zu verdanken
Der rhythmischen Sportgymnastik habe ich, neben vielen weiteren wunderbaren Dingen, meinen Chihuahua Thori zu verdanken. Als Kind wollte ich unbedingt einen Hund. Das Problem: Meine Mutter war strikt dagegen.
Da sie aber selbst jahrelang in der rhythmischen Sportgymnastik aktiv war und mich so gut es ging fördern wollte, versprach sie mir, als ich sieben Jahre alt war, dass ich einen Hund bekommen würde, sollte ich beim nächsten großen Turnier ins Finale kommen. Das motivierte mich so, dass ich es tatsächlich schaffte. Seit diesem Tag habe ich Thori an meiner Seite.
Begonnen habe ich mit der rhythmischen Sportgymnastik, als ich drei Jahre alt war, in einem kleinen Verein in Sibirien, wir wohnten damals noch in Russland. Mir machte es großen Spaß, mich zu bewegen und dabei mit den Bällen und bunten Bändern spielen zu dürfen. Schon nach kurzer Zeit nahm ich an Wettkämpfen teil. Die Medaillen, die es dort zu gewinnen gab, hatten eine große Anziehungskraft auf mich.
Auch die bunten Turnanzüge gefielen mir richtig gut. Mit jedem gewonnenen Wettkampf packte mich die Leidenschaft für den Sport noch stärker. Schon mit acht oder neun Jahren trainierte ich nahezu täglich. Für andere Sportarten blieb deshalb keine Zeit. Ich schwamm zwar ein Jahr lang im Verein, allerdings auch nur, weil ich meinen Rücken für die rhythmische Sportgymnastik kräftigen wollte.

Als ich zwölf Jahre alt war, kam ich allein nach Deutschland. Das Land, die Sprache, die Menschen – alles war neu für mich. Die rhythmische Sportgymnastik gab mir in dieser Zeit Halt. Ich begann beim Olympiastützpunkt TSV Schmiden in Fellbach zu trainieren, wo ich sofort gefördert wurde.
Ich wurde immer sauberer in der Durchführung meiner Übungen, gewann immer mehr Medaillen. Spätestens 2022, als ich meinen ersten WM-Titel geholt habe, war für mich klar, dass ich die rhythmische Sportgymnastik zu meinem Beruf machen möchte. Ich arbeitete noch härter, ohne den Spaß am Sport zu verlieren.
2024 gewann ich dann meine erste olympische Goldmedaille, ein unglaublich emotionaler Moment. Als mir die Medaille um den Hals gehängt wurde, erinnerte ich mich daran, wie lang und steinig die Reise bis zu diesem Erfolg war. Ich dachte an meine ersten Wettkämpfe in Sibirien zurück, an meine Mutter, die mich immer unterstützt hat – und an Thori, der mich seit meinen Anfängen in der rhythmischen Sportgymnastik begleitet.
Mit dem Sports Illustrated-Chefredakteurs Newsletter erhalten Sie aktuelle Sport-News, Hintergründe und Interviews aus der NFL, der NBA, der Fußball-Bundesliga, der Formel 1 und vieles mehr.



