Nach Gwinn-Schock: DFB-Frauen kämpfen sich zum EM-Startsieg

Trotz des tief sitzenden Schocks über den Verlust von Kapitänin Giulia Gwinn haben sich die deutschen Fußballerinnen zum EURO-Startsieg gekämpft. Der Rekordeuropameister gewann seinen EM-Auftakt nach langen Anlaufschwierigkeiten 2:0 (0:0) gegen Debütant Polen.

Unter Tränen vom Platz: Giulia Gwinn
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AFP, SID, SEBASTIEN BOZON

Jule Brand per Traumtor (52.) und Lea Schüller (66.) trafen in St. Gallen für den achtmaligen Titelträger. Überschattet wurde der Sieg von der womöglich schweren Knieverletzung Gwinns. Die Rechtsverteidigerin, die in der Vergangenheit bereits zwei Kreuzbandrisse erlitten hat, humpelte unter Tränen vom Platz. Eine "zeitnahe" MRT-Untersuchung soll Klarheit bringen.

Im zweiten Spiel der Gruppe C gewann Schweden das skandinavische Duell mit Dänemark 1:0 (0:0). Auf die Däninnen trifft die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Dienstag in Basel. Gegen Schweden geht es vier Tage später in Zürich.

Bundestrainer Christian Wück verzichtete bei seiner Turnierpremiere als Frauencoach beim Personal auf Experimente. Die Deutschen liefen mit derselben Startelf auf, die Ende Mai in der Nations League gegen die Niederlande (4:0) überzeugt hatte. Linda Dallmann erhielt im offensiven Mittelfeld den Vorzug vor Laura Freigang, Sarai Linder startete links hinten anstelle von Franziska Kett. In der Ära nach Alexandra Popp führte Gwinn das deutsche Team erstmals als Kapitänin bei einem EM-Spiel aufs Feld.

"Wir haben, glaube ich, eine gute Mischung gefunden", kommentierte Wück kurz vor dem Anpfiff in der ARD seine Aufstellung: "Es wird wichtig sein, wie wir ins Spiel reinkommen. Die Bedingungen sind top, es wird keine Ausreden geben." DFB-Sportdirektorin Nia Künzer gab zu Protokoll, dass "wir mit unserer Spielweise begeistern" wollen: "Ich erwarte mir ein dominantes deutsches Team."