Giulia Gwinn im Comeback-Interview: "Ein echter Gänsehautmoment"
- Giulia Gwinn im exklusiven Sports-Illustrated-Interview nach ihrem Comeback
- Bayern-Kapitänin Gwinn: "Als ich zurück auf dem Platz war, war ich sehr gerührt"
- Giulia Gwinn über verpasste EM, ihre Reha und ihr emotionales Comeback
Giulia Gwinn ist zurück! 81 Tage nach ihrer schweren Knieverletzung im EM-Eröffnungsspiel gegen Polen, die der DFB- und Bayern-Kapitänin das EM-Aus beschert hatte, stand die 26-Jährige gestern zum ersten Mal wieder auf dem Rasen. Beim 4:0-Sieg ihrer Bayern gegen den SC Freiburg wurde Gwinn in der 70. MInute unter Standing Ovations des ganzen Stadions eingewechselt und sorgte damit für einen echten Gänsehaut-Moment. Unmittelbar nach dem Spiel stand sie Sports Illustrated in der Mixed-Zone des FC Bayern Campus zum Interview zur Verfügung – mit sichtbar guter Laune.
Sports Illustrated: Ihnen steht die gute Laune ins Gesicht geschrieben. Wie fühlen Sie sich nach Ihrem Comeback?
Giulia Gwinn: Unfassbar gut! Es hatte sich die letzten Wochen so ein bisschen angebahnt. Ich bin Schritt für Schritt näher an die Mannschaft gerückt, stand am vergangenen Wochenende (beim 0:0 gegen Jena, d.Red.) zum ersten Mal wieder im Kader. Da wurde ich zwar nicht eingewechselt, konnte aber schon wieder Spieltagsluft schnuppern. Heute eingewechselt zu werden, war ein Gänsehaut-Moment und Beweis, dass sich die Arbeit in den letzten, schweren Wochen gelohnt hat.
Sports Illustrated: Sie sprechen es an: Wie schwer waren die letzten Monate für Sie?
Gwinn: Es war eine mental herausfordernde Reha. Nach all der Euphorie die EM zu verpassen und zum Zuschauen verdammt zu sein, hat schon wehgetan. Es gab zwar auch schöne Momente, als ich während des Turniers bei der Mannschaft war und die Stimmung ein bisschen aufsaugen konnte. Aber natürlich kann nichts das Gefühl ersetzen, selbst auf dem Platz zu stehen.
Sports Illustrated: Vor der EM sagten Sie in unserem großen Cover-Interview, dass die Comebacks nach Ihren beiden Kreuzbandrissen Sie mental stärker gemacht hätten. Wie schwer war es diesmal, in den „Comeback-Modus“ zu kommen?
Gwinn: Es war zäh, weil es eben hart war, bei der EM zuschauen zu müssen. Irgendwann muss man den Schalter aber umlegen und versuchen, wieder positiv zu denken. Ich konnte bei der Reha immer nah an der Mannschaft sein, habe schnell gute Fortschritte erzielt. Trotzdem muss man natürlich geduldig bleiben

Sports Illustrated: Wie schwer fällt Ihnen das?
Gwinn: Ich kann das ganz gut einordnen. Gegen Jena war es nachvollziehbar, dass ich bei so einem engen Spiel nicht eingewechselt werde. Ich freue mich im Moment einfach, dass ich schmerzfrei bin, im Training wieder Vollgas geben kann, ohne großartig nachdenken zu müssen und mit diesem tollen Moment heute belohnt wurde.
Sports Illustrated: Was ging in Ihrem Kopf vor, als Sie zur Einwechslung bereitstanden?
Gwinn: Das Kribbeln begann schon beim Warmmachen. Als ich zur Einwechslung gerufen wurde, tauchten viele Bilder im Kopf auf, ich ließ die Reha Revue passieren. Als das ganze Stadion meinen Namen gerufen hat und ich den Lärm gehört habe, als ich zurück auf den Platz gekommen bin, war ich sehr gerührt. Ein total emotionaler Moment.
Sports Illustrated: Wie fit fühlen Sie sich?
Gwinn: Es ist normal, dass ich nach so einer Verletzung noch nicht bei 100 Prozent bin und gleich wieder in der Startelf stehe. Das Protokoll gibt vor: Heute ein paar Minuten sammeln, beim nächsten Mal vielleicht ein paar mehr. Trotzdem fühle ich mich sehr gut und genieße es, schmerzfrei Fußball spielen zu können.
Sports Illustrated: Was haben Sie mit dem FC Bayern in dieser Saison vor?
Gwinn: Die Zielvorgabe ist klar: Wir haben in der letzten Saison Meisterschaft und DFB-Pokal gewonnen und wollen beide Titel verteidigen. Dazu haben wir ein neues Format in der Champions League, wir treffen auf viele gute Gegner, worauf wir uns sehr freuen. Wir haben einen super Kader und fühlen uns bereit für alles, was kommt.
Mit dem Sports Illustrated-Chefredakteurs Newsletter erhalten Sie aktuelle Sport-News, Hintergründe und Interviews aus der NFL, der NBA, der Fußball-Bundesliga, der Formel 1 und vieles mehr.
Mehr Sport-News
Zehn Jahre nach dem schweren Skiunfall von Michael Schumacher am 29. Dezember 2013 fragen sich alle Formel-1-Fans weiterhin, wie es ihrem Idol geht. Schumacher-Anwalt Felix Damm erklärt, warum es keine Nachrichten zum Gesundheitszustand von Schumi gibt.
Fußball-Fans aufgepasst! Der Pay-TV-Sender Sky erhöht seine Preise. Das teilte der Anbieter in einer Mail am Dienstag mit. Demnach müssen Sky-Sport-Abonnenten in Zukunft tiefer in die Tasche greifen, wenn sie Fußball sehen wollen.
Mit ihrem epischen Match im French-Open-Finale 2025 sicherten sich Jannik Sinner und Carlos Alcaraz einen Platz im Sports-Illustrated-Ranking der zehn größten Tennismatches aller Zeiten.


