Champions League

FC Bayern: Drei wichtige Erkenntnisse aus dem Paris-Spiel

Der FC Bayern schlägt Titelverteidiger Paris St. Germain in der Champions League überzeugend mit 2:1 und setzt seine außergewöhnliche Siegesserie fort. Sports Illustrated nennt drei Erkenntnisse, die die Münchner aus dem Spiel ziehen können. 

Spieler des FC Bayern bejubeln ein Tor
Credit: Getty Images

16 Siege aus 16 Spielen – so lautet die schier unglaubliche Bilanz des FC Bayern wettbewerbsübergreifend in dieser Saison. Die vorläufige Krönung erhielt die Serie mit dem 2:1-Auswärtssieg in der Champions League bei Titelverteidiger Paris St. Germain – und das, obwohl die Münchner dabei aufgrund einer roten Karte des Doppeltorschützen Luzis Díaz eine ganze Halbzeit in Unterzahl agieren mussten. 

Durch den Sieg in der französischen Hauptstadt bleibt der FCB auch weiterhin Tabellenführer der Königsklasse und sendete ein weiteres Ausrufezeichen an die europäischen Topteams. Doch auch Trainer Vincent Kompany dürfte beim Spiel fleißig Notizen gemacht und Eindrücke gesammelt haben. Denn: Das Spiel lieferte auch für die Bayern wichtige Erkenntnisse. Sports Illustrated nennt drei Lehren, die die Münchner aus dem Paris-Spiel ziehen können. 

FC Bayern: Kompanys Spielsystem funktioniert auch gegen Top-Gegner

Es war das große Fragezeichen, über das im Vorfeld so manche Diskussion geführt wurde und welches das PSG-Spiel beantworten sollte: Funktioniert das offensive und dominante Spielsystem von Vincent Kompany auch auf absolutem Top-Level? Vor allem die erste Halbzeit gegen die Pariser lässt diesbezüglich nur eine Antwort zu: klares Ja! Die Münchner dominierten den sonst so ballsicheren und spielstarken Titelverteidiger nach Belieben, störten den Spielaufbau, verzeichneten frühe Ballgewinne und hätten zur Pause gut und gerne auch mit drei oder vier zu null führen können. 

Das Geheimnis lag dabei darin, dass die Münchner auch gegen das starke PSG an ihrer offensiven Ausrichtung festhielten und wie üblich über den ganzen Platz Mann gegen Mann verteidigten. Dadurch nahm der Rekordmeister vor allem die Pariser Spielgestalter Vitinha und Fabian Ruiz aus dem Spiel. Erst in Durchgang zwei, als sich der FCB aufgrund der Unterzahl nur noch aufs Verteidigen beschränkte, wurde deutlich, wie gut das Pariser Starensemble ist, wenn man ihm Zeit und Platz gibt – und gleichzeitig, wie gut Kompanys Matchplan in Durchgang eins aufgegangen war. 

FC Bayern: Die Münchner sind nicht von Einzelspielern abhängig 

Was aufgrund der spielstarken und dominanten ersten Halbzeit und der Abwehrschlacht in Durchgang zwei beinahe unterging: Die offensive Lebensversicherung der bisherigen Saison in Person von Harry Kane und Michael Olise erwischte einen rabenschwarzen Tag. Olise verzettelte sich immer wieder in seinen sonst so starken Dribblings, wirkte mit dem Ball fahrig und kam kaum zur Entfaltung. Letzteres galt auch für Stürmerstar Harry Kane, der beim Pariser Innenverteidiger-Duo in den besten Händen war und insgesamt lediglich einen Torschuss verzeichnen konnte. Auch seine gefürchteten Pässe aus dem Mittelfeld erzielten nicht die gewohnte Wirkung. 

Das Gute aus Bayern-Sicht: Es fiel kaum jemanden auf. Vor allem die überragenden Serge Gnabry und Doppeltorschütze Luis Díaz stellten die PSG-Defensive permanent vor ungeheure Probleme. Auch Joshua Kimmich, Josip Stanisic und Konrad Laimer schalteten sich immer wieder erfolgreich ins Offensivspiel ein. Deshalb dürfte sich bei Kompany die Erkenntnis verfestigt haben, die er bereits durch sein erfolgreiches Startelf-Experiment am Samstag im Topspiel gegen Bayer Leverkusen gewann: Das Kollektiv funktioniert beim FC Bayern. Auch ohne Topleistungen von Olise und Kane. 

Bayern-Trainer Vincent Kompany
Bayern-Trainer Vincent Kompany
Credit: Getty Images
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FC Bayern: Jonathan Tah ist der heimliche Top-Transfer 

Auch wenn Torhüter Manuel Neuer von der UEFA zum „Man oft he Match“ gekürt wurde, hätten man diesen Award auch nahezu jedem anderen Defensivspieler der Bayern verleihen könnte. Vor allem die Innenverteidiger Dayot Upamecano und Jonathan Tah brillierten – man ist dieser Tage geneigt zu sagen: mal wieder. Denn abseits des offensiven Spektakels haben es Kompany und sein Team geschafft, die in der Vorsaison in Teilen arg wacklige Defensive zu stabilisieren. Das liegt vor allem an Neuzugang Jonathan Tah. 

Der ablösefrei aus Leverkusen gekommene deutsche Nationalspieler wurde bei den Bayern sofort zum Abwehrchef. Auf dem Platz fällt auf, wie viel Tah kommuniziert und wie kompromisslos er verteidigt. Auch wenn beim Spielaufbau noch Luft nach oben ist, hat es der 29-Jährige geschafft, durch seine Präsenz sofort zum unersetzbaren Faktor zu werden. Davon profitiert auch Nebenmann Dayot Upamecano, der neben Tah noch eine Spur gefestigter wirkt und seine berüchtigten Aussetzer endgültig hinter sich gelassen zu haben scheint. Im Verbund bilden die beiden aktuell eines der besten Innenverteidiger-Duos in Europa – ganz zur Freude von Kompany und dem FC Bayern. 



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