Fußball

BVB vs. FCB: Die Top 5 Fragen zum Topspiel

Bevor es dieses Wochenende hoch hergeht im Meisterschaftskampf der Fußball-Bundesliga, stellen wir die fünf wichtigsten Fragen zum Spitzenduell zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern.

BVB vs. FCB – Zweikampf an der Tabellenspitze

Die Corona-Frage: Dortmund fehlen die Fans, den Bayern Joshua Kimmich. Was wiegt schwerer?

Nun scheint auch die Bundesliga in der vierten Welle angekommen. Nachdem der BVB im Vorverkauf bereits alle 67.000 Karten, die für dieses Spiel zur Verfügung standen, verkauft hatte, beschränkte die Bund-Länder-Konferenz die Zuschauer-Kapazitäten (auch im Signal Iduna Park) unter der Woche auf maximal 15.000. Der BVB teilte mit, jenen Fans, die bereits ein Ticket erworben hatten, ihr Geld binnen 14 Tagen zurück zu erstatten. Weitaus mehr als das Geld dürfte die Dortmunder aber der Verzicht auf die Unterstützung so vieler Fans, gerade von der lautstarken Südtribüne, der sogenannten „Gelben Wand“, schmerzen.
Personell hingegen könne Trainer Marco Rose am Samstagabend „fast aus dem Vollen schöpfen“, wie er der DPA erklärte. Zum ersten Mal nach seiner Hüftverletzung wird Topstürmer Erling Haaland wohl wieder von Anfang an spielen können. Verzichten muss Rose allerdings auf die Offensivkräfte Reyna, Hazard und Moukoko.

Schwerer dürfte auf Seiten des FC Bayern allerdings der Verzicht auf Joshua Kimmich wiegen, dessen Corona-Quarantäne mindestens noch bis zum kommenden Mittwoch andauern wird. Mit ihm fehlt den Bayern ein absoluter Schlüsselspieler, der als  „Sechser“ im Mittelfeld zugleich als wichtiger Impulsgeber im Spiel nach vorne, wie auch als „Wellenbrecher“ in der Defensive auftritt. Der 26-Jähige traf im vergangenen Jahr gegen den BVB sowohl am 26. Mai zum 1:0-Sieg der Bayern, der den Weg zur achten Meisterschaft ebnete, als auch spielentscheidend, im Fallen per Außenrist, zum 3:2 im Supercup am 30. September. Wichtiger als seine Offensivqualitäten wäre im Spiel gegen torgefährliche Borussen allerdings sein stabilisierender Einfluss auf die Defensive gewesen.
Auf der Position ersetzen könnten ihn entweder der erst 18-jährige Jamal Musiala oder Corentin Tolisso.

 

Die Stürmer-Frage: Haaland oder Lewandowski – Welcher Topstürmer ist heißer?

17 Minuten Einsatzzeit genügten Erling Haaland am vergangenen Wochenende, um in Kung-Fu-Manier sein zehntes Saisontor (im erst siebten Einsatz) zum 3:1-Sieg gegen Wolfsburg zu erzielen. Seinem Bewegungsradius nach zu urteilen ist die Verletzung am Hüftbeuger, die ihn über knapp sechs Wochen außer Gefecht setzte, also ausgeklungen. Für einen Einsatz über 90 Minuten werde es gegen die Bayern aber „höchstwahrscheinlich nicht reichen“, sagte sein Trainer Marco Rose. Wie lange er spielen kann, werde man sehen. Und ob ihm diese Zeit reicht, um das Spiel zu entscheiden, wird sich ebenfalls zeigen.

Robert Lewandowski auf der anderen Seite ist unverletzt, zumindest äußerlich. Ob ihm allerdings sein zweiter Platz bei der Verleihung des „Ballon d’Or“ in Paris das Herz gebrochen hat, wird sich zeigen. Allerdings ist er wohl eher nicht der Typ, der Frust schiebt. Eher einer der einschiebt, ins Tor. In der vergangenen Saison tat er das ganze 48-mal (davon bekanntlich 41-mal allein in der Liga), was den amtierenden FIFA-Weltfußballer auch für die Redaktion von „France Football“ zumindest zum „Stürmer des Jahres“ macht. In dieser Saison traf der Pole in der Liga schon 14-mal. Sein Trainer Julian Nagelsmann kommentierte die Pleite beim „Ballon d’Or“ übrigens mit dem Satz: „Der Sieger von morgen lernt aus der Niederlage von heute.“ Wir werden sehen, was das fürs Spiel morgen bedeutet. Apropos Nagelsmann…

 

Die Trainer Frage: Rose vs. Nagelsmann. Beide lieben Angriffsfußball, doch wer geht morgen in die Defensive?

Marco Rose und Julian Nagelsmann haben einiges gemeinsam: Für beide Trainer ist es das erste Mal, dass sie aktiv am „deutschen Clásico“ beteiligt sind. Beide stehen sie für eine neue Generation von Trainern, die lieber unterhaltsam und offensiv spielen lassen, als um jeden Preis die „Null“ zu halten. Und beide fielen sie in den letzten Wochen durch ihre kommunikatorischen Fähigkeiten auf. Der eine, Nagelsmann, widmete sich öffentlich wiederholt den Themen Kimmich, Corona und Jahreshauptversammlung. Der andere, Rose, soll intern nach der 1:3-Pleite gegen Sporting Lissabon und dem Ausscheiden in der Champions League in seiner Kabinenansprache unter anderem gepoltert haben: „Werdet erwachsen!“. Worte die, das zeigte schon der Sieg gegen den VfL Wolfsburg aus der Vorwoche, wohl Früchte trugen. Nicht zuletzt, nachdem Rose jetzt wieder auf seinen 21-jähriger Mittelstürmer aus Norwegen bauen kann, der mit 1,94m so ausgewachsen ist, wie die meisten seiner Teamkollegen nicht.

 

Die Meister-Frage: Auch am 14. Spieltag können wir uns ja schonmal fragen: Wer wird Deutscher Meister?

Natürlich schreiben wir erst den 14. Spieltag. Und klar, eigentlich ist es noch zu früh, um die Gretchenfrage im deutschen Fußball zu stellen. Meint auch Marco Rose, der der DPA sagte: „Morgen wird nicht zwingend die deutsche Meisterschaft entschieden“, jedoch anfügte: „aber es ist ein Spiel mit Signalwirkung und ein Prestige geladenes Spiel.“ Stimmt, und wer hätte noch zum Saisonauftakt gedacht, dass die zweite Kraft im deutschen Fußball vor dem 14. Spieltag nur einen Punkt hinter dem Rekordmeister rangieren würde. Wer dieses Spiel gewinnt, ist Tabellenführer. Diese Feststellung ist so einfach wie prägnant, und wohl auch, was Marco Rose mit Signalwirkung meint. Es wäre das Signal, dass der Meistertitel eben noch lange nicht erneut an die Isar vergeben ist und, dass wir uns womöglich doch auf weitere 20 Spieltage Meisterschafts-Wettkampf freuen dürfen.

 

Die Prestige-Frage: Eine Frage der Ehre!

Wenn der BVB gegen den FCB spielt, geht es, unabhängig vom Tabellenstand, für 90 Minuten nicht nur um Punkte, sondern vor den Augen von Millionen von Zuschauern rund um den Erdball immer auch ums Prestige. Und Prestige – das ist ja das Schöne am Fußball – kann man sich nicht unbedingt mit Geld kaufen, das muss man sich erarbeiten, und zwar über 90 harte Minuten auf dem Platz. Die letzten sechs Duelle gewann der FC Bayern. Marco Rose aber, konnte seine letzten beiden Heimspiele gegen die Münchner, noch als Trainer der Gladbacher Borussen, gewinnen und gibt sich entsprechend zuversichtlich, sagt: „Jetzt haben wir sie in unserem eigenen Stadion und wollen versuchen, ihnen weh zu tun.“

Wer wem weh tut, können wir morgen Abend, ab 18.30 Uhr (auf Sky Sport), verfolgen.