Fußball

Achtelfinale der Champions League: Das sind die Favoriten aufs Weiterkommen

Das Champions-League-Achtelfinale ist ausgelost. Doch welche Mannschaften haben die besten Chancen auf das Viertelfinale? Wir haben die einzelnen Begegnungen gecheckt und unsere Favoriten bestimmt.

Champions League
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Nach der Champions-League-Auslosung am Montag werfen wir einen Blick auf die Achtelfinal-Begegungen und geben unsere Tipps ab. Der aus unserer Sicht voraussichtliche Sieger ist gefettet. Natürlich kann sich in den nächsten zwei Monaten noch vieles ändern, dennoch blicken wir auf die momentanen Tendenzen.
 

Red Bull Salzburg vs. Bayern München

Bayern München ist in dieser Saison erneut ungemein beeindruckend. Sie haben sechs Punkte Vorsprung in der Bundesliga und gewannen sechs von sechs Spielen in der Gruppe. Dabei schossen die Bayern 22 Tore und kassierten nur drei. Doch wie so oft im modernen Fußball ist genau diese Dominanz ein Grund zur Sorge. Julian Nagelsmann hat die hohe Verteidigungslinie von Hansi Flick beibehalten, weshalb die Gefahr droht, dass die Bayern gegen hochklassige Gegner anfällig sein könnten. Nagelsmann selbst hat in der Vergangenheit bereits versucht, das hohe Pressing in wichtigen Spielen zu entschärfen. Salzburg ist in Österreich genauso dominant wie die Bayern in Deutschland, steht aber zum ersten Mal im Achtelfinale.

Sporting CP vs. Manchester City

Das Erreichen des Achtelfinales nach einer 1:5-Heimniederlage ist eine bemerkenswerte Leistung von Sporting. Allerdings könnte die Anfälligkeit der Defensive gegen die enorme Wucht der City-Offensive zum riesigen Problem werden.

Sporting hat drei Gruppenspiele verloren und in den sechs Gruppenspielen zwölf Gegentore kassiert. Selbst die Tatsache, dass City gelegentlich dazu neigt, seine Chancen nicht zu nutzen, reicht dann wohl nicht aus. Eigentlich ist Pep Guardiola dafür bekannt, dass er bestimmte Spiele in Europa aus Angst vor der Konterfähigkeit des Gegners zu kompliziert gestaltet, aber ein solches Schicksal droht hier vermutlich nicht.

City ging in der Gruppenphase zweimal als Verlierer vom Platz. Einmal in einer etwas kuriosen Partie auswärts gegen Paris Saint-Germain und das andere Mal im Nachholspiel gegen Leipzig, als der Gruppensieg bereits feststand. In England machte das Team zuletzt ebenfalls einen bedrohlichen Eindruck.

Benfica vs. Ajax

Ajax war vielleicht die größte Überraschung der Gruppenphase. Die Niederländer gewannen alle sechs Partien und spielten womöglich noch befreiter auf, als die Mannschaft, die vor drei Jahren so nah am Finale war.

Dušan Tadić ist nach wie vor ein hochbegabter Spielmacher, während Sébastien Haller bei Ajax richtig aufblüht. Der Angreifer ist mit seinen zehn Toren in der Gruppenphase weit von dem schwerfälligen Stürmer entfernt ist, der er zuvor bei West Ham war. Dennoch darf Benfica nicht unterschätzt werden.

Die Portugiesen haben Barcelona ausgeschaltet und in der Gruppenphase in sechs Spielen vier Mal eine weiße Weste bewahrt. Auswärts in München konnte das Team sogar kurz den FC Bayern in Bedrängnis bringen. Die Mannschaft von Jorge Jesus hat zwar vier Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze in Portugal, aber sie scheint wieder eine ernstzunehmende europäische Mannschaft zu sein.

Chelsea vs. Lille

Keine Mannschaft hat wohl nach der Auslosung so tief aufgeatmet wie Chelsea. Das unglückliche Unentschieden gegen Zenit im letzten Gruppenspiel bedeutete den zweiten Platz in der Gruppe und die Gefahr auf ein Fußball-Schwergewicht zu treffen. Umso größer vermutlich dann die Erleichterung, als der derzeit Elfte der Ligue 1 zugelost wurde. 

Lille hat nach dem Gewinn der Meisterschaft in der letzten Saison einige Zeit gebraucht, um den Weggang von Trainer Christophe Galtier zu verkraften, aber in letzter Zeit hat Jocelyn Gourvennec eine solide Mannschaft geformt. Chelsea wird es schwer haben, Lille zu knacken. Sollte die Tuchel-Elf jedoch die Spielkontrolle finden, die sie eigentlich auszeichnet, ist es schwer vorstellbar, dass Lille eine Chance haben wird.

Atlético Madrid vs. Manchester United

Beide Mannschaften fragen sich vielleicht selbst, wie sie es in die K.o.-Phase geschafft haben. United war in keinem der vier Spiele gegen Villarreal oder Atalanta das bessere Team, dennoch haben die Engländer in diesen Partien nur zwei Punkte liegen lassen. Ein Grund dafür sind auch eine Reihe von späten Toren von Cristiano Ronaldo.

Und auch Atlético spielte über weite Strecken der Gruppenphase schlecht. Allerdings konnten die Spanier auswärts beim AC Mailand mit zwei späten Toren einen Dreier entführen. Beim finalen Gruppen-Showdown provozierten sie Porto dann bis zur Selbstzerstörung.

Seit dem Abgang von Ole Gunnar Solskjaer präsentiert sich United wesentlich solider, doch das Spiel gegen Atlético wird ein echter Härte- und Temperamenttest. Für Ronaldo ist es auch eine weitere Chance, einen seiner Lieblingsgegner erneut zu quälen (25 Tore in 35 Spielen).

Villarreal vs. Juventus

Nach einem miserablen Start in die Saison geht es für Juventus langsam bergauf. Dies liegt auch daran, dass Massimiliano Allegri die Spielidee angepasst hat. Noch ist Juve Sechster in der Serie A, aber bis zum Hinspiel wird man wahrscheinlich weiter oben stehen. Dennoch war die 0:4-Niederlage gegen Chelsea in der Gruppenphase eine Warnung an die Italienier, die trotz des Aufschwungs noch einen weiten Weg zu gehen haben.

Villarreal liegt in Spanien auf Platz 13. Aber Unai Emerys großes Talent als Trainer war es schon immer, K.o.-Spiele zu gewinnen. Das Duell zwischen Arnaut Danjuma und Danilo auf der linken Seite von Villarreal wird wahrscheinlich der Schlüssel zum Erfolg sein.

Inter Mailand vs. Liverpool

Liverpool ist die erste englische Mannschaft, die sechs von sechs Gruppenspielen gewonnen hat. Allgemein verloren die Engländer bisher erst eine Partie. In der Liga musste sich das Klopp-Team mit 3:2 gegen West Ham geschlagen geben. Trotzdem bleiben Zweifel an der Defensivleistung, denn Virgil van Dijk ist nicht mehr ganz so dominant wie vor seiner Knieverletzung. Die Reds haben in dieser Saison zwar 14 Mal drei oder mehr Tore erzielt, aber auch sechs Mal zwei oder mehr Gegentore kassiert.

Hinzu kommt, dass Mohamed Salah, Sadio Mané und Naby Keïta womöglich beim Hinspiel aufgrund des Afrika Cup fehlen werden. Mit Inter wartet eine Mannschaft, die den Weggang von Trainer Antonio Conte gut überstanden und unter Simone Inzaghi sich positiv weiter entwickelt hat. Insbesondere Edin Dzeko zeigt bisher gute Leistungen als Nachfolger von Romelu Lukaku.

Paris Saint-Germain vs. Real Madrid

Beide Mannschaften stehen in ihren heimischen Ligen an der Spitze, aber keiner konnte in Europa groß beeindrucken. Durch die Verpflichtung von Lionel Messi verfügt PSG über die beste Sturmreihe, die man sich wohl vorstellen kann. Das Problem ist jedoch, dass weder Messi noch Neymar oder Kylian Mbappé in der Lage sind, ihre Defensivaufgaben zu erfüllen.Weshalb zwischen ihnen und der Abwehr oft eine Lücke klafft. Genau diese Schwachstelle werden Luka Modrić und Co. bespielen. Karim Benzema und Vinicius Junior lieferten zuletzt etliche Top-Leistungen ab.