Tom Bischof: Warum das Ausnahmetalent Bayerns neuer Trumpf ist
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Beim FC Bayern München ranken sich Mythen und Geschichten um eine legendäre Tradition: die „Schafkopf“-Runde. Seit Jahrzehnten messen sich Profis und Verantwortliche im bayerischen Kartenspiel – auf dem Trainingsgelände, im Teamhotel oder im Mannschaftsbus. Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge sollen sogar Transfers der Güteklasse Lothar Matthäus und Jürgen Klinsmann beim „Schafkopf“ im Präsidentenzimmer beschlossen haben. Aktuell gehören unter anderem Thomas Müller und Manuel Neuer zur Runde.
Im Sommer könnte die Zocker-Gang Zuwachs bekommen. Von einem, dem das Tor zur großen Fußballkarriere weit offen steht und der außerdem eine Leidenschaft für Kartenspiele hegt: Tom Bischof, dem 19-Jährigen, der im Sommer von der TSG Hoffenheim zum FC Bayern wechselt und den Lothar Matthäus jüngst als „eines der größten deutschen Talente, die wir haben“, adelte.

Bischofs Laufbahn beginnt beim TSV Amorbach im Odenwald. Bereits mit sechs Jahren gerät er aufs Radar der TSG Hoffenheim. Dreimal die Woche trainiert Bischof beim Perspektivteam der Kraichgauer und läuft parallel für seinen Heimatverein auf. Schon damals ist der Fußballer begehrt – Eintracht Frankfurt will ihn verpflichten. Nach einem Probetraining bei der Eintracht entscheidet sich Bischof allerdings für die TSG. Ab 2015 durchläuft er sämtliche Jugendmannschaften. Im Gegensatz zum Trend der aktuellen Fußballer-Generation wohnt er nie im Nachwuchsleistungszentrum. Das schlägt auf die Tankrechnung: Bis zu sechsmal pro Woche chauffiert ihn seine Mutter 70 Kilometer aus dem Heimatort Amorbach zum Training und wieder zurück.
Tom Bischof: Erfolg ist Besessenheit
Bischof gilt schnell als Ausnahmetalent. Dazu kommen unermüdlicher Arbeitseifer und Verbesserungswille. Stunden verbringt er im Hoffenheimer Footbonaut – so viele, dass er einmal sogar gefragt wird, ob er denn darin wohne. Das Hightech-Trainingsgerät fördert Passspiel, Vororientierung und Ballkontrolle: Elemente, die Bischofs Spiel heute prägen. Förderer und Jugendtrainer Danny Galm ist es, der den unbedingten Willen zum Erfolg noch stärker in Bischofs Kopf verankert. Galm predigt: „Alle, die erfolgreich sein wollen, müssen zuvor leiden. Nur die, die leiden, werden besser. Erfolg ist Besessenheit.“ Spätestens von diesem Moment an ist Bischof besessen. Besessen vom Footbonaut und dem Traum einer Profi-Karriere.

Auch beim DFB durchläuft Bischof ab der U16 alle deutschen Jugendnationalmannschaften. Sein U17-Trainer Marc-Patrick Meister bezeichnet ihn einmal als „Nadelspieler“, der sich proaktiv in engen Räumen anbietet und für schwierige Spielsituationen einfache Lösungen findet – ein Begriff, der in DFB-Kreisen einst von Mario Götze geprägt wurde. Bischofs fußballerisches Vermögen fällt in der Saison 2021/22 dem damaligen Cheftrainer der Kraichgauer, Sebastian Hoeneß, auf, der ihn ins Profitraining holt. Als Bischof im Januar 2022 nach einer Einheit in die Kabine kommt, hängt an seinem Platz ein Zettel mit einem „X“ – das Zeichen, dass er im Spieltagsaufgebot steht. Der auf dem Platz so abgeklärte Bischof kann seine Coolness nur in der Kabine wahren. Als er wenige Minuten später seine Eltern per Video-Anruf anfunkt, tanzt er vor Freude. Im März 2022 feiert er sein Bundesligadebüt als jüngster Spieler der TSG-Geschichte. Presse und Experten überschütten das Mittelfeld-Talent mit Lob. Doch Bischof bleibt bescheiden. Auch, weil sich TSG-Keeper Oliver Baumann um ihn kümmert, ihn fördert und fordert.
Tom Bischof: Ein 19-jähriger alter Hase
Auf dem Platz beweist Bischof schon in seinen ersten Bundesligaspielen Ruhe und Souveränität, agiert auf der komplexen zentralen Mittelfeldposition mit einer für sein junges Alter ungewöhnlichen Abgeklärtheit. Vor der aktuellen Saison ist er sich mit Hoffenheim über eine Vertragsverlängerung einig, besteht allerdings auf eine Startelfgarantie in fünf Pflichtspielen. Die verwehrt ihm der Verein, der Deal platzt. Ein Fehler: Bei der TSG ist Bischof in der laufenden Saison der Schlüsselspieler, schultert das fußballerische Schicksal eines gesamten Vereins fast im Alleingang.

Auch, weil er sich konsequent entwickelt: Der Linksfuß ist robuster geworden und nur schwer vom Ball zu trennen. Unter höchstem Gegnerdruck findet Bischof Lösungen, leitet mit Steckpässen Angriffe ein, ist stets anspielbereit und sucht immer wieder den Weg in den gegnerischen Strafraum. Seine Vorbilder auf dem Platz sind Martin Ødegaard und Kevin De Bruyne – Weltklasse-Mittelfeldspieler, denen Bischof fußballerisch ähnelt. Auch mental fordert er sich, aktuell mit den Büchern „Generation arbeitsunfähig“ und „Das einzige Buch, das Du über Finanzen lesen solltest“. Vor den TV-Kameras analysiert er abgeklärt, unaufgeregt. Nach einem Europa-League-Spiel seiner Mannschaft sagte Bischof, dass er sich freue, dass so viele junge Spieler ihr Debüt feiern konnten. Worte eines alten Hasen – aus dem Mund eines 19-Jährigen.
Im Januar 2025 erfolgt die Vertragsunterschrift beim FC Bayern. Ein Transfer, für den Bischof auch Gegenwind erhält. Er sei das nächste Talent, das seine Karriere durch einen zu frühen Bayern-Wechsel ruiniere. Daneben waren auch Frankfurt, Leipzig und Stuttgart interessiert, dazu Brighton & Hove Albion aus der Premier League. Doch Bischof entscheidet sich für den Sprung ins Münchner Haifischbecken. Im Mittelfeld soll er Leon Goretzka beerben, bereits bei der Klub-WM im Juli könnte er erste Einsätze erhalten. Noch zockt Bischof am liebsten das Kartenspiel „Wizard“. Man kann sich allerdings vorstellen, was passiert, wenn Tom Bischof auch für „Schafkopf“ eine Besessenheit entwickeln sollte.
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