WM 2026

Freiburg-Keeper Noah Atubolu: Alles zu Karriere, Titeln, Gehalt und Privates

Kurz vor den WM-Qualifikationsspielen hat Julian Nagelsmann Noah Atubolu nachnominiert. Für den Torwart des SC Freiburg ist es die erste Berufung in den DFB-Kader. Alles zu Karriere, Gehalt, Titeln und Privates.

Noah Atubolu
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Noah Atubolu: Wann und wo wurde er geboren?  

Noah Atubolu wurde am 25. Mai 2002 in Freiburg im Breisgau geboren. Er ist der Sohn eines nigerianischen Vaters und einer deutschen Mutter und wuchs im Freiburger Stadtteil Weingarten auf. Das Viertel, das oft mit sozialen Herausforderungen verbunden wird, prägte ihn stark – hier lernte er Zusammenhalt, Disziplin und Bodenständigkeit.

Schon als Kind verbrachte Atubolu viel Zeit auf den Plätzen seiner Nachbarschaft, wo seine Leidenschaft für den Fußball entstand. Anfangs spielte er als Feldspieler, bis er schließlich ins Tor wechselte – eine Entscheidung, die seinen weiteren Weg entscheidend beeinflusste.

Noah Atubolu: Wie begann seine Fußballkarriere?

Seine ersten Schritte im Vereinsfußball machte Noah Atubolu in seiner Heimatstadt Freiburg. Beim Freiburger FC und später bei den Sportfreunden Eintracht Freiburg stand er zunächst als Feldspieler auf dem Platz – bis ein zufälliger Moment alles veränderte. Als bei einem Training der Torwart ausfiel, sprang Noah kurzerhand ein. Aus der spontanen Vertretung wurde Leidenschaft: Von da an stand für ihn fest, dass das Tor sein Platz ist.

2015 wechselte er in die Jugendabteilung des SC Freiburg, wo sein Talent schnell erkannt wurde. Bereits mit 15 Jahren stand er im Kader der U19, die 2018 den DFB-Pokal der Junioren gewann – auch wenn er damals noch nicht eingesetzt wurde. Schon früh galt Atubolu als ruhiger, konzentrierter Torhüter mit außergewöhnlicher Spielintelligenz – Eigenschaften, die seinen weiteren Weg entscheidend prägten.

Noah Atubolu: Wie entwickelte er sich beim SC Freiburg zum Profi?

Nach seinem Wechsel in die Freiburger Jugend entwickelte sich Noah Atubolu Schritt für Schritt zu einem der vielversprechendsten Talente im deutschen Fußball. In der U19 trug er als Kapitän Verantwortung und überzeugte mit starken Leistungen und seiner ruhigen Ausstrahlung.

Zur Saison 2020/21 rückte Atubolu in die zweite Mannschaft des SC Freiburg auf und setzte sich dort sofort als Stammtorhüter durch. Mit ihm zwischen den Pfosten gelang dem Team der Aufstieg in die 3. Liga – ein wichtiger Meilenstein in seiner Entwicklung.

Ab Sommer 2021 gehörte Atubolu zum erweiterten Kader der Bundesliga-Mannschaft und erhielt erstmals regelmäßige Trainingseinheiten unter Cheftrainer Christian Streich. Sein Profidebüt gab er schließlich im Oktober 2022 im DFB-Pokal gegen den FC St. Pauli. Kurz darauf folgte der erste Einsatz auf internationaler Bühne in der Europa League – beim 1:1 gegen Qarabağ Ağdam.

Noah Atubolu: Wie läuft seine Bundesliga-Karriere?

Mit dem Abgang von Mark Flekken im Sommer 2023 rückte Noah Atubolu beim SC Freiburg zur neuen Nummer eins auf. Schon in seiner ersten Bundesliga-Saison zeigte er, dass er dieser Verantwortung gewachsen ist. Beim 1:2-Auswärtssieg gegen die TSG Hoffenheim feierte er sein Bundesliga-Debüt und blieb gleich am zweiten Spieltag beim 1:0-Heimsieg gegen Werder Bremen erstmals ohne Gegentor.

In der Spielzeit 2023/24 stand Atubolu in allen 34 Ligapartien im Tor und führte die Breisgauer bis ins Achtelfinale der Europa League. Auch in der Saison 2024/25 blieb er eine feste Größe – trotz eines kurzen Rückschlags nach einer Blinddarm-Operation zum Saisonstart. Danach kehrte er stark zurück und stellte mit 609 Minuten ohne Gegentor einen neuen Vereinsrekord auf, den zuvor Richard Golz gehalten hatte.

Zur neuen Saison 2025/26 bestätigte Atubolu seine Form eindrucksvoll: Beim 0:3-Auswärtssieg gegen Werder Bremen hielt er bereits seinen fünften Bundesliga-Elfmeter in Folge – ein weiterer Rekord.

Noah Atubolu
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Noah Atubolu: Welche Rolle spielt er in der U21-Nationalmannschaft?

Noah Atubolu durchlief alle Jugendnationalmannschaften des DFB und entwickelte sich früh zu einem festen Bestandteil der U21-Auswahl. Sein Debüt gab er im März 2022 im EM-Qualifikationsspiel gegen Lettland. Bei der U21-Europameisterschaft 2023 stand er als Stammtorwart im deutschen Tor, auch wenn das Team bereits in der Vorrunde ausschied.

Zwei Jahre später führte Atubolu die Mannschaft erneut als Nummer eins ins Turnier – diesmal bis ins Finale der Europameisterschaft 2025. Dort verlor die DFB-Elf zwar 3:2 gegen England nach Verlängerung, doch Atubolu stellte einen bemerkenswerten Rekord auf: Mit 22 Einsätzen wurde er zum deutschen U21-Rekordtorhüter und übertraf damit sogar Manuel Neuer. Seine konstanten Leistungen machten ihn zum prägenden Gesicht einer neuen DFB-Generation – und ebneten ihm schließlich den Weg in die A-Nationalmannschaft.

Noah Atubolu: Wie kam es zu seiner ersten DFB-Nominierung? 

Im Oktober 2025 wird Noah Atubolu erstmals in den Kader der deutschen A-Nationalmannschaft berufen. Bundestrainer Julian Nagelsmann nominiert den Freiburger Torhüter kurzfristig für die WM-Qualifikationsspiele gegen Luxemburg und Nordirland, nachdem Oliver Baumann krankheitsbedingt ausfällt.

Für Atubolu ist die Berufung ein besonderer Moment. Nach dem Vormittagstraining legt er sich zu Hause schlafen und wacht zu mehreren verpassten Anrufen von Bundestorwarttrainer Andreas Kronenberg und SC-Torwarttrainer Michael Müller auf. Kurz darauf bricht er nach Herzogenaurach auf, um sich dem DFB-Team anzuschließen.

Noah Atubolu: Wie hoch ist sein Gehalt?

Offizielle Angaben zu seinem Gehalt gibt es nicht. Nach Schätzungen aus Sportmedien soll Noah Atubolu beim SC Freiburg rund 800.000 bis eine Million Euro pro Jahr verdienen. Sein Vertrag beim Sportclub läuft noch bis Sommer 2027 – zuletzt wurde er im Juli 2023 vorzeitig verlängert.

Laut Transfermarkt liegt Atubolus aktueller Marktwert bei 18 Millionen Euro (Juni 2025). Damit ist er der wertvollste Spieler des SC Freiburg und rangiert auf Platz 64 der teuersten Bundesliga-Profis. Weltweit belegt er Platz 601 und zählt zu den 30 wertvollsten Torhütern überhaupt.

Noah Atubolu: Was zeichnet ihn als Torwart aus?

 Noah Atubolu gilt als moderner Torhüter mit einer starken Strafraumpräsenz und ausgeprägtem Spielverständnis. Besonders sein Mut im Aufbauspiel und seine ruhige Ausstrahlung werden immer wieder hervorgehoben. Der Freiburger ist bekannt dafür, das Spiel gerne von hinten zu eröffnen – ein Stil, der perfekt zum fußballerischen Ansatz des SC Freiburg passt.

Trotz seines jungen Alters gilt Atubolu als sehr reflektiert und ehrgeizig. Er beschreibt sich selbst als „sehr selbstkritisch“ und jemand, der immer weiter an sich arbeiten will. Im Training wie im Spiel zeigt er große Disziplin, investiert viel in mentale Stärke und körperliche Fitness. Auch charakterlich ist Atubolu ein Typ, der Verantwortung übernimmt. Er bleibt bodenständig, nahbar und strahlt Ruhe.

Noah Atubolu
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Noah Atubolu: Engagiert er sich außerhalb des Platzes?

Abseits des Rasens ist Noah Atubolu bekannt für sein starkes soziales Engagement in seiner Heimatstadt Freiburg. Nach seinem Realschulabschluss absolvierte er ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Abteilung „Gesellschaftliches Engagement“ des SC Freiburg. Dort betreute er unter anderem Kinder in den „Füchsle-Ballschulen“ – einem Projekt, das Grundschülern spielerisch den Spaß an Bewegung vermittelt.

Auch heute unterstützt Atubolu die SC-Initiative „Sport-Quartiere Freiburg“, die Kindern und Jugendlichen aus sozial schwächeren Vierteln sportliche Teilhabe ermöglicht. Der Stadtteil Weingarten, in dem er aufgewachsen ist, liegt ihm besonders am Herzen. Im Sommer 2025 ermöglichte er 49 Menschen – darunter 28 Kindern – einen Urlaub in Spanien, um Familien zu helfen, die sich sonst keine Reise leisten könnten.

Atubolu bleibt damit nicht nur sportlich, sondern auch menschlich ein Vorbild – einer, der seine Wurzeln nie vergessen hat und anderen die Chancen weitergeben möchte, die er selbst bekommen hat.

Noah Atubolu: Welche Ziele verfolgt er für die Zukunft?

Noah Atubolu hat sportlich noch viel vor. Beim SC Freiburg will er sich als Stammkeeper weiter etablieren und seine Konstanz in der Bundesliga ausbauen. Nach seiner ersten Nominierung für die A-Nationalmannschaft hofft er nun auch auf einen dauerhaften Platz im DFB-Kader.

Sein großes Ziel: die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2026. Atubolu betont jedoch, dass er den Fokus klar auf seine tägliche Arbeit legt. Der Weg dorthin führt für ihn über harte Trainingsarbeit und kontinuierliche Weiterentwicklung.
Langfristig reizt den Freiburger auch der Schritt ins Ausland. In einem Interview mit Sport Bild erklärte er, dass die Premier League für ihn seit Kindertagen eine besondere Faszination habe. Eines Tages dort zu spielen, wäre für ihn ein Traum.
 



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