Leverkusen-Star Wirtz: Für meine Zukunft ist Geld kein entscheidender Faktor
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Sports Illustrated: Wenn man Sie auf dem Rasen sieht, wirkt es von außen oft so, als würde das Spiel für Sie viel langsamer ablaufen als für alle anderen. Können Sie das erklären?
Florian Wirtz: Das höre ich öfter. Und es mag zwar so scheinen, für mich ist das aber nicht so – ich bin sehr darauf konzentriert, meine Entscheidungen mit dem Ball am Fuß schnell zu treffen und immer das Richtige zu tun. Das ist mental ziemlich anstrengend. Ich glaube aber, dass diese Vororientierung und die Spielübersicht zu meinen größten Stärken zählen. Deshalb wirkt es möglicherweise so, als wäre das Spiel für mich einfacher. Während andere Spieler vielleicht besser sprinten können, bin ich eben in der Entscheidungsfindung etwas schneller.
Sports Illustrated: Woran liegt das?
Wirtz: Das war schon in der Jugend so. Weil ich immer mit Älteren gespielt habe und nie der Größte und Schnellste war, war ich körperlich oft unterlegen – und musste deshalb viele Situationen anders lösen. Wenn du es körperlich nicht kannst, musst du dich eben spielerisch durchsetzen und schneller denken. Das ist für mich heute noch wichtig.

Sports Illustrated: Übernimmt in diesen Momenten der Instinkt bei Ihnen?
Wirtz: Vieles läuft bei mir fast automatisch ab, ich denke gar nicht so sehr darüber nach, was ich als nächstes machen will. Ich nehme mir nicht bewusst vor, jetzt eine bestimmte Entscheidung zu treffen, sondern mache das, was sich richtig anfühlt. In der Bundesliga und Champions League hat man nur wenig Zeit mit dem Ball, deshalb ist es wichtig, sich durch schnelle Entscheidungen einen Vorteil zu verschaffen.
Sports Illustrated: Kann man diese Entscheidungsfindung trainieren?
Wirtz: Das kann man schon, allerdings mache ich dafür selten spezielle Trainingsübungen. Für mich ist es wichtiger, auch im Training immer 100 Prozent zu geben und alle Abläufe möglichst zu automatisieren. Wenn ich jedes Training für mich wie ein Spiel angehe, nehme ich daraus am meisten mit.
Sports Illustrated: Sie sind zwar erst 22 Jahre alt, debütierten aber bereits mit 17 für Leverkusen in der Bundesliga, sind Meister, Pokalsieger und Stammspieler in der Nationalmannschaft. Sehen Sie sich schon als Führungsspieler?
Wirtz: Ich würde schon sagen, dass ich in den zurückliegenden Jahren zu einem der Führungsspieler in unserer Mannschaft geworden bin. Ich glaube, dass meine Mitspieler mich sehr schätzen und wissen, dass ich gerne Verantwortung übernehme. Das beginnt damit, dass ich auf dem Platz immer den Ball haben will, um Situationen zu lösen. Auch dass ich seit dieser Saison die Elfmeter übernehme, hat dazu beigetragen. Schließlich erwartet man von mir, dass ich jedes Mal treffe – ein Druck, dem ich mich gerne stelle.

Sports Illustrated: Und neben dem Spielfeld?
Wirtz: Abseits des Rasens bin ich niemand, der die Mitspieler anschreit oder ständig Reden in der Kabine hält. Aber alle wissen, dass sie sich immer auf mich verlassen können. Ich will in dieser Führungsrolle weiter wachsen.
Sports Illustrated: Sie waren früher ein guter Turner, auch Dinge wie Jonglieren oder Diabolo-Spielen liegen Ihnen. Hilft Ihnen das auch auf dem Platz?
Wirtz: Ich hatte schon immer Spaß am Sport, habe gerne Dinge ausprobiert. Und wenn ich mich in neuen Sachen versucht habe, wollte ich sie auch gut können. Deswegen war ich im Sportunterricht auch immer ziemlich gut (lacht). Wenn man Dinge wie Koordination frühzeitig trainiert, profitiert man auf lange Sicht davon. Vielleicht fallen mir deshalb manche Bewegungen und Abläufe im Fußball heute leichter.
Sports Illustrated: Sie kamen vor Kurzem nach einer Verletzung zurück, hatten auch in der Vergangenheit mit Rückschlägen zu kämpfen. Was nehmen Sie daraus mit – und wie schnell gelingt es Ihnen, wieder positiv zu denken?
Wirtz: Verletzungen sind das Schlimmste am Fußball, das habe ich zuletzt wieder gemerkt. Ich liebe es, auf dem Platz zu sein und Fußball zu spielen, weshalb es mir immer wehtut, wenn ich zuschauen muss. Der größte Rückschlag war mein Kreuzbandriss 2022. Mein erster Gedanke damals war, dass ich jetzt ewig keinen Fußball spielen kann. Ich habe aber schnell den Schalter umgelegt und angefangen, an meinem Körper zu arbeiten, um noch stärker zurückzukommen. Seitdem weiß ich, dass ich das hinbekommen kann, ohne an Qualität oder Wichtigkeit für mein Team zu verlieren. Deshalb kann ich mit Rückschlägen heute gut umgehen. Der Kreuzbandriss war dafür eine Blaupause, das hat mich abgehärtet.

Sports Illustrated: Sie haben einmal gesagt, dass Sie schnell vergessen und sich kaum Zeit nehmen, zurückzublicken. Wieso?
Wirtz: Ich schaue einfach immer gerne nach vorne. Natürlich kann ich mich an viele schöne Momente in meinem Leben erinnern, so ist es nicht. Aber ich bin jemand, der sich lieber auf die Zukunft freut, als sich einen Kopf über die Vergangenheit zu machen. Wenn meine Freunde diese typischen „Weißt du noch damals“-Gespräche führen, bin ich meistens raus (lacht). Ich weiß, dass es bestimmt gut wäre, auch mal an schöne Momente zurückzudenken, allerdings ist bei mir immer so viel los, dass ich in meiner Freizeit lieber etwas anderes mache, als mich mit meiner Vergangenheit zu beschäftigen.
Sports Illustrated: Hilft Ihnen diese Eigenschaft als Sportler?
Wirtz: Um eines klarzustellen: Wenn wir Spiele verlieren oder wie bei der EM 2024 aus einem großen Turnier ausscheiden, hake ich das nicht einfach ab, das ist mir nicht egal und regt mich extrem auf. Ich bin ziemlich ehrgeizig und ärgere mich auch, wenn ich beim Playstation-Zocken verliere. Aber letztlich versuche ich doch, das möglichst schnell abzuschütteln, um mich nicht runterzuziehen zu lassen und wieder motiviert nach vorne zu schauen.

Sports Illustrated: Wir wollen trotzdem noch einen Blick in Ihre Vergangenheit werfen: Sie sind in einer Patchwork-Familie mit neun Geschwistern aufgewachsen. Wie hat Sie das geprägt?
Wirtz: Es ist ein Unterschied, ob man das älteste Kind ist, irgendwo in der Mitte – oder, wie ich, das jüngste. Deshalb haben sich immer alle um mich gekümmert und gesorgt. Das ist heute noch so. Grundsätzlich mag ich es, mit vielen Leuten zusammen zu sein und die Zeit mit meinen Geschwistern zu verbringen, ich kenne das gar nicht anders.
Sports Illustrated: Sie wurden bereits als „Wohnzimmer-Fußballer“ bezeichnet. Wie war das bei Ihnen zuhause?
Wirtz: In unserem Wohnzimmer lagen immer unzählige Bälle, in allen Größen. Immer wenn wir aufs Essen warten mussten oder uns langweilig war, haben meine Schwester Juliane und ich den Ball hochgehalten oder uns zwei Tore zwischen Kühlschrank und Kommode gedacht, in die wir treffen mussten. Ich hatte als Kind ja keine Playstation, wir hatten lange auch keinen Fernseher. Deshalb haben wir in jeder freien Minute zuhause gekickt.
Sports Illustrated: Stimmt es, dass Sie sich extra für die WM 2014 einen Fernseher geliehen haben?
Wirtz: Ja. Wenn ich Fußballspiele sehen wollte, bin ich oft zu Freunden. Manchmal hat mein Vater auch den Fernseher der Schule, in der er gearbeitet hat, ausgeliehen. Auf dem haben wir die WM 2014 verfolgt. Ich hatte aber gar kein Interesse daran, irgendwelche Sendungen außer Fußball zu gucken. Für mich war es normal, lieber rauszugehen und zu kicken.

Sports Illustrated: Sie haben einen engen Draht zu ihrer Familie, holen sich immer wieder Rat von Ihren Eltern.
Wirtz: Meine Familie war schon immer sehr wichtig für mich, sie hat mich immer unterstützt. Meine Eltern haben mich und meine Schwester dazu ermutigt, unseren Traum zu verfolgen und uns dabei geholfen. Ich hatte zwar viele Freiheiten, aber sie haben darauf geachtet, dass ich vor Spielen nicht zu lange bei Freunden war oder Besuch hatte, auch wenn ich das damals nicht immer einsehen wollte. Sie haben mir beigebracht, einen Lebensstil zu führen, der mir guttut und die Schule nicht zu vernachlässigen. Meine Eltern haben einen großen Anteil daran, dass ich Fußballprofi geworden bin. Sie waren bei jedem Spiel, meine Mutter sogar bei jedem Training. Ich kann mich sehr glücklich schätzen, so eine Familie zu haben.
Sports Illustrated: Haben Sie zu Ihrer Schwester Juliane, die bei Werder Bremen spielt, ein noch engeres Verhältnis, weil Sie ebenfalls Profi ist?
Wirtz: Klar, das gegenseitige Verständnis für die Besonderheiten des Profifußballs hilft natürlich. Wir haben viel Kontakt, ich will immer wissen, wie es ihr geht und verfolge ihre Spiele. Wir haben kürzlich, als wir beide verletzt waren, unsere Reha gemeinsam in Leverkusen absolviert, das hat großen Spaß gemacht. Sie ist so ein positiver Mensch, der sich immer um mich sorgt und immer gute Laune hat.
Sports Illustrated: Wie empfinden Sie die Diskrepanz zwischen Männer- und Frauenfußball?
Wirtz: Ich kann verstehen, dass die Frauen sich benachteiligt fühlen – und wenn man von außen darauf blickt, ist es auch einfach nicht gerecht. Das ist aber nichts, was ich oder meine männlichen Kollegen beeinflussen können. Aktuell wird einfach mehr Geld in den Männerfußball gesteckt, er hat mehr Fans. Ich glaube aber, dass der Frauenfußball auf einem guten Weg ist und an Wichtigkeit gewinnt, das sieht man ja auch an den Zuschauerzahlen. Ich denke, dass man die Frauen in Zukunft noch stärker unterstützen sollte.
Sports Illustrated: Auch Ihr Vater spielte eine besondere Rolle für Ihre Karriere, war Ihr erster Jugendtrainer und Förderer. War ein normales Vater-Sohn-Verhältnis da überhaupt möglich?
Wirtz: Als ich damals anfing, bei Grün-Weiß Brauweiler zu spielen, hat mein Vater den Jahrgang trainiert, der ein Jahr älter war als ich – und mich dazu genommen. Durch ihn bin ich zum Fußball gekommen. Er ist ein Trainer, der die Kinder, die er trainiert, ihren eigenen Willen haben lässt. Er hat mich nie strenger oder anders behandelt als die anderen, weshalb wir ein ganz normales, gutes Verhältnis hatten. Und ein guter Trainer war er auch.
Sports Illustrated: Sie sollen in Ihrer Kindheit viel Zeit auf Campingplätzen und in der Natur verbracht haben. Welche Erinnerungen haben Sie daran?
Wirtz: Meine Eltern hatten einen VW-Bus, mit dem wir anfangs immer mit der ganzen Familie nach Fehmarn auf einen Campingplatz gefahren sind. Als ich etwas älter war, waren Juliane, meine Eltern und ich oft auf einem Campingplatz in Frankreich, direkt am Atlantik. Dort war immer viel los. Meine Schwester und ich haben stundenlang im Fußballkäfig gekickt und immer Anschluss an neue Leute gefunden. An diese Unbeschwertheit denke ich gerne zurück.
Sports Illustrated: Weil Sie die heute in der Form nicht mehr haben?
Wirtz: Ich habe natürlich heute gar keine Zeit mehr, so lange Urlaub zu machen wie damals. Außerdem werde ich inzwischen auch oft erkannt, kann mich nicht mehr so frei bewegen, weshalb ich viel Zeit zuhause verbringe. Das war früher bei unseren Familienurlauben natürlich leichter. Wenn ich heute mal Urlaube habe, möchte ich komplett abschalten und mir auch mal etwas gönnen. Da entscheide ich mich dann eher nicht für einen Campingplatz.

Sports Illustrated: Stimmt es, dass Sie von Ihrer Schwester einen Fallschirmsprung geschenkt bekommen haben, den Sie nie eingelöst haben?
Wirtz: Ja. Ich habe ihr direkt gesagt, dass sie sich dafür jemand anderen suchen muss. Ich springe zwar im Freibad gerne einen Rückwärtssalto vom Fünfer, aber bei so extremen Dingen bin ich raus. Meine Schwester hat den Sprung mit jemand anderem eingelöst. Respekt, dass sie das durchgezogen hat. In der Hinsicht bleibe ich lieber in meiner Komfortzone.
Sports Illustrated: Stichwort Komfortzone: Alle ihre bisherigen Vereine lagen nah an Ihrer Heimat. Fragen Sie sich manchmal, ob Sie auch außerhalb Ihres gewohnten Umfelds so gut funktionieren würden?
Wirtz: Ich habe ziemliches Glück, dass ich direkt vor der Tür so viele hervorragende Vereine habe und jetzt bei einem der besten Vereine Deutschlands und Europas spielen kann. Ich habe großen Respekt vor den Jungs hier bei uns in Leverkusen, die zum Beispiel aus Südamerika oder Afrika kommen und ihre Familie und ihr Umfeld für Ihre Karriere hinter sich lassen. Es reizt mich auf jeden Fall, auch irgendwann meine Komfortzone zu verlassen und etwas Neues zu erleben. Ich kenne die Fußballkabinen gut genug und bin überzeugt, dass ich überall schnell Anschluss finden würde.

Sports Illustrated: Sie stehen im permanenten Fokus der Öffentlichkeit. Entspricht diese Aufmerksamkeit Ihrer Persönlichkeit oder müssen Sie sich zu vielen Dingen zwingen?
Wirtz: Es gehört – manchmal leider – zum Business dazu, in der Öffentlichkeit zu stehen. Ich stehe nicht so gerne vor der Kamera und bin nicht der geborene Schauspieler. Dazu muss ich mich etwas überwinden. Ich will es aber, wenn ich es mache, auch gut machen. Meistens bringt es dann mehr Spaß als erwartet. Für mich sind diese Sachen Teil meines Jobs.
Sports Illustrated: Bei Ihrer Kooperation mit Pepsi, für die Sie einen Werbespot gedreht haben, treten Sie in die Fußstapfen von Lionel Messi. Er gilt als Ihr Vorbild. Stört es Sie, wenn Sie mit Spielern dieser Kategorie verglichen werden?
Wirtz: Das stört mich nicht, weil ich mich damit abgefunden habe, dass im Fußball viele Menschen viele Meinungen haben – die ich mir nicht immer zu Herzen nehme. Als die Anfrage von Pepsi kam, habe ich sofort daran gedacht, wie cool die Werbespots mit Messi damals waren. Deswegen erfüllt es mich mit Stolz, dass ich das jetzt auch machen darf. Vergleichen möchte ich mich aber trotzdem nicht mit ihm.

Sports Illustrated: Wie wägen Sie ab, welche Dinge Sie mit der Öffentlichkeit teilen und welche nicht?
Wirtz: Grundsätzlich bringe ich private Sachen eher nicht in die Öffentlichkeit. Ich stehe sehr im Fokus, weshalb es für mich wichtig ist, wie jeder andere Mensch auch ein Privatleben und meine Geheimnisse zu haben. Ich versuche, meine Privatsphäre und vor allem auch die Leute um mich herum so gut es geht zu schützen.
Sports Illustrated: Wie ist Ihr Verhältnis zu Social Media?
Wirtz: Manchmal hänge ich zu lange an Videos, wie viele andere in meinem Alter auch, aber ich versuche, meine Online-Zeit dort zu reduzieren. Ich will nicht allzu viel Privates teilen, weiß aber auch, dass ich eine gewisse Verantwortung für meine Fans habe, ihnen etwas bieten und sie auf dem neusten Stand halten muss. Das tue ich in einem gewissen Maß, da sehe ich mich durchaus in der Pflicht. Ansonsten gucke ich mir gerne an, was andere posten oder lese Nachrichten aus der Fußballwelt.
Sports Illustrated: Sie sind im letzten Jahr mit dem Kartoffel-Video viral gegangen. Können Sie darüber lachen oder stört Sie das?
Wirtz: Ich finde das nicht schlimm, ich kann gut über mich selbst lachen. Allerdings lache ich vor allem mit den Leuten darüber, die ich wirklich kenne und von denen ich weiß, dass sie sich nicht über mich lustig machen. Da muss man ein bisschen aufpassen. Es macht mir nichts aus, was daraus gemacht wurde und damit in Verbindung gebracht zu werden, ich bin aber auch froh, dass es mittlerweile andere Memes gibt, die mich überholt haben.
Sports Illustrated: Wie nehmen Sie Gerüchte und Berichterstattung wahr – über Sie selbst und den Fußball allgemein? Verfolgen Sie, was alles so geschrieben und gesendet wird?
Wirtz: Natürlich bekomme ich einiges mit, auch wenn ich aktiv keine Sportzeitungen lese. Durch den Algorithmus werden mir auf Social Media aber immer wieder Beiträge über mich angezeigt. Ab und zu muss ich dann lachen, wenn mal wieder geschrieben wird, wo ich in der nächsten Saison angeblich spiele. Das kann außer mir ja niemand wissen. Deswegen schenke ich solchen Nachrichten gar keine Aufmerksamkeit und gehe ziemlich gechillt damit um.

Sports Illustrated: Es ist im Fußball mittlerweile Standard, dass Profis schon in jungen Jahren viel Geld verdienen. Wie haben Sie gelernt, damit umzugehen?
Wirtz: Als ich damals von Köln nach Leverkusen gewechselt bin, habe ich keine einzige Sekunde über mein Gehalt nachgedacht, sondern nur darüber, was das Beste für meine Karriere ist. Ich beschäftige mich auch gar nicht damit, wieviel Geld ich auf dem Konto habe oder was ich in Zukunft verdienen könnte. Natürlich sollte man sich darum kümmern, dass man einen guten Vertrag bekommt. Aber da ist die sportliche Perspektive für mich viel entscheidender als das Geld. Und ich glaube, dass meine Eltern sauer werden würden, wenn ich zu sehr aufs Geld fixiert wäre.
Sports Illustrated: Wieso?
Wirtz: Weil ich so erzogen wurde, dass man gut auf das Geld achten muss und es nicht einfach aus dem Fenster werfen kann. Nach meinem Wechsel nach Leverkusen mit 16 Jahren haben meine Eltern mein Gehalt verwaltet und mir 150 Euro im Monat überwiesen. Das hat mich geprägt. Meinen Eltern war wichtig, dass ich mit meinem Gehalt nichts Unsinniges anstelle. Deshalb helfen sie mir heute auch dabei, mein Geld sinnvoll anzulegen. Ich war nie der Typ, der sich protzige Dinge gekauft hat. Und auch für meine Familie war es immer wichtig, dass ich nicht die Bodenhaftung verliere.
Sports Illustrated: Wie wichtig ist es Ihnen, einen Plan im Leben zu haben?
Wirtz: Mein größter Traum war es immer, Fußballprofi zu werden, schon seit der Grundschule. Dafür wurde ich auch ab und zu belächelt. Aber diesen Traum habe ich mir erfüllt. Ich bin mir bewusst, wie kurz die Zeit als Profi ist, weshalb ich jede Sekunde davon genießen möchte. Ich war als Person schon immer eher rational und klar, wusste ganz genau, was ich will. Und im Moment ist das, was ich möchte, Fußball zu spielen.
Sports Illustrated: Gibt es Momente, in denen Sie so gar nicht rational sind und diesen Plan verlassen?
Wirtz: Nein, darauf kann ich leider keine interessante Antwort geben. Ich bin ganz darauf konzentriert, meine Karriere so erfolgreich wie möglich zu gestalten und das Beste aus meinem Traum, Fußballprofi zu sein, herauszuholen. Ich möchte mir nicht vorwerfen, nicht alles investiert zu haben. Ich bin erst 22, so weit in die Zukunft schaue ich gar nicht. Was später kommt, wird man sehen.
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