Borussia Dortmund: Diese 3 Dinge macht Niko Kovač jetzt besser
- Borussia Dortmund: Diese 3 Dinge macht Niko Kovač jetzt besser
- Bundesliga: BVB unter Kovač größter Bayern-Verfolger
- Kovač hat Spielsystem weiterentwickelt und harmoniert mit seinen Stars
- Borussia Dortmund: Das verdienen Süle, Guirassy, Schlotterbeck, Adeyemi und C
Vor Saisonbeginn gab es zahlreiche Stimmen, die trotz der geretteten Champions-League-Qualifikation in der vergangenen Spielzeit daran zweifelten, dass es BVB-Coach Niko Kovač gelingen würde, den Verein endgültig wieder in die Spur zu bringen und vor allem spielerisch weiterzuentwickeln. Doch dem Deutsch-Kroaten und seinem Team ist in dieser Saison genau das gelungen: Der BVB spielt stabil, mit klarem Plan, liefert Ergebnisse und ist aktuell ärgster Bayern-Verfolger. Das liegt auch daran, dass sich Kovač im Vergleich zur Vorsaison und seinen vergangenen Stationen als Trainer verändert hat. Sports Illustrated erklärt, welche drei Dinge der BVB-Coach jetzt besser macht.
Niko Kovač: Neues Spielsystem beim BVB
Dass Kovač Mannschaften defensiv stabilisieren kann, hat er bei seinen vergangenen Stationen mehrfach bewiesen. Ihm lastete allerdings immer der Vorwurf an, dass er seinen Teams kein funktionierendes Offensivkonzept vermitteln könne und taktisch zu eingeschränkt sei. Diese Kritiker bringt der Deutsch-Kroate mit seiner Arbeit beim BVB aktuell zum Verstummen. Denn: Kovač hat für den BVB ein neues Spielsystem entwickelt, das kreative Offensive mit stabiler Defensive vereint.
Er lässt sein Team aus einer Fünferkette heraus agieren und stellt meist neben Knipser Serhou Guirassy zwei flexible und schnelle Offensivspieler auf, die in ihrer Rolle voll aufgehen. Das Ergebnis: Der BVB stellt sowohl die zweitbeste Defensive als auch die viertbeste Offensive der Liga, ist zudem nicht mehr so anfällig für Harakiri-Auftritte wie in den Vorjahren – und schafft es auch endlich, Spiele gegen vermeintlich kleinere Gegner, wie zuletzt gegen Köln und Augsburg, souverän und unspektakulär zu gewinnen. Eine Fähigkeit, die der Borussia in den vergangenen Jahren meist fehlte.
Niko Kovač: Harmonie mit seinen Spielern
Bei seinen letzten Stationen galt Kovač nicht gerade als Spieler-Freund, sorgte beispielsweise beim FC Bayern zudem mit seinen harten Trainingsmethoden und seiner Vorliebe für Einheiten auf dem Fahrrad für Irritationen. Das hat Kovač seit seinem BVB-Engagement verändert. Laut Informationen der „SportBild“ sollen sich sogar einige Spieler gewundert haben, wie nahbar sich der Coach in Dortmund präsentiert. Das Training sei zwar fordernd und in Teilen hart, allerdings bei weitem nicht so ausdauerlastig wie bei seinen vorherigen Stationen.
Diese veränderte Art kommt bei den Spielern gut an. Sie folgen ihrem Coach, Ego-Trips von Spielern, die in den Vorjahren keine Seltenheit waren, gibt es in dieser Saison keine. Stattdessen schaffte es Kovač, auch als schwierig geltende Charaktere wie Marcel Sabitzer wieder voll in die Spur zu bringen. Auch Stürmer-Star Guirassy akzeptierte, dass sein Trainer ihn als ersten Elfmeterschützen absetzte – alles Zeichen, die dafürsprechen, dass es zwischen Mannschaft und Trainer stimmt.

Niko Kovač: Souveräne öffentliche Auftritte
Bei seinen vergangenen Klubs war es schon fast Gesetz, dass Kovač einen Star seines Teams öffentlich rasierte. Man denke nur an die Aussage, die er über Thomas Müller traf („Wenn Not am Mann ist, wird er auch seine Minuten bekommen”). Oder seine öffentliche Fehde mit Ex-Wolfsburg-Star Max Kruse. Durch seine öffentlichen Knallhart-Ansagen machte sich der Trainer oft selbst das Leben schwer. Doch auch das hat Kovač beim BVB abgestellt.
In Interviews präsentiert sich der 54-Jährige souverän, nahbar und humorvoll, stellt sich schützend vor seine Mannschaft und kritisiert seine Spieler nicht öffentlich. Auch von medialen Fallen, wie den Diskussionen, ob der BVB bereits Meisterkandidat ist, ließ sich Kovač nicht aufs Glatteis locken. Es scheint, als habe er es geschafft, aus den Erfahrungen bei seinen letzten Stationen zu lernen und sich als Trainer weiterzuentwickeln – taktisch, menschlich und medial.
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