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Jakob Johnson: Vom Kellner auf dem Volksfest zum Profi in der NFL

Jakob Johnson läuft diese Saison für die Las Vegas Raiders in der NFL auf. Sports Illustrated hat mit dem Fullback aus Stuttgart über seine bewegende Karriere, seine Zeit als Kellner auf einem Volksfest und die Verwirklichung seines großen Football-Traums gesprochen.

Jakob Johnson Las Vegas
Credit: Gregg Segal
  • Jakob Johnson spielt in der NFL für die Las Vegas Raiders
  • NFL-Profi Johnson: "Bin froh, dass mir die Raiders eine neue Chance geben“
  • Las Vegas Raiders starten gegen LA Chargers in neue NFL-Saison

Als wir den Neuzugang der Las Vegas Raiders Ende April in der Metropole des Glücksspiels treffen, verfährt er sich auf dem Weg zum zweiten Treffpunkt, an dem wir ihn fotografieren.

Immerhin: Nach unserem Trip, der alle wichtigen Touri-Schauplätze vom „Welcome“-Schild (inklusive zweier Elvis-Doubles, der echte kann also maximal einer davon sein) über den Strip mit all seinen Hotels und Casinos und dem Venedig-Abklatsch „Venetian“ abdeckt, hat Johnson einen ersten Überblick. Und wenn alles läuft wie geplant, bleibt in den kommenden Monaten und Jahren genug Zeit, Nevadas größte Stadt zu erkunden.

Ortswechsel, einige Tage – und der maximale Kontrast: Ludwigsburg statt Las Vegas. Baden-Württemberg statt USA. Und Hagel statt Sonnenschein. Es plingt und plongt auf die Football-Helme von 260 Kindern im Ludwig-Jahn-Stadion, die alle für einen Tag mit Jakob Johnson hierhergekommen sind. Einen Tag vor seinem Abflug nach Las Vegas könnte der 27-Jährige seine Zeit auch sicher mit anderem verbringen. Doch er hat sich für das Football-Camp entschieden. 

Jakob Johnson
Jakob Johnson bei seinem Football-Camp in Ludwigsburg
Credit: Imago
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Tackles, Laufwege und Fangübungen: Der gebürtige Stuttgarter zeigt dem Nachwuchs, wie es funktioniert. Immerhin spielt der NFL-Profi seit 2019 in der besten Football-Liga der Welt. „Als Kind hätte ich mir gewünscht, dass ich in so einem Camp mitmachen kann. Diese Events haben früher gefehlt“, sagt Johnson. Innerhalb kürzester Zeit waren die 65 Euro teuren Plätze ausverkauft. Und ausgerechnet jetzt hagelt es, aber Jakob Johnson grinst einfach weiter, bis ein paar Minuten später die Sonne wieder scheint. Es läuft bei ihm. Doch das war nicht immer so. 

Mit dem Fußball musste Jakob Johnson aufhören, weil ihm keine Hose mehr passte

Bevor er sich mit Football beschäftigte, spielte Jakob Johnson beim TSV Sielmingen in Filderstadt leidenschaftlich gerne Fußball. Bis es keine Hosen mehr für ihn gab. „Ich habe damals in der D-Jugend gespielt. Es war schon immer schwer, ein passendes Trikot und eine passende Hose für mich zu finden. Ich war einfach zu kräftig und habe nicht mehr reingepasst. Dann habe ich aufgehört.“ 

Das war’s mit dem Traum vom Fußball – ein Rückschlag für den jungen Jakob und seine Mutter. Eine Lehrerin hatte ihr empfohlen, den Sohn zum Fußball zu schicken, damit er sich richtig auspowern kann. „Ich hatte damals Probleme in der Schule und habe neben dem Fußball viele verschiedene Sportarten ausprobiert“, sagt Johnson. „Ich habe Basketball gespielt, war beim Handball und beim Ringen. Viele Sachen habe ich unter der Woche gleichzeitig gemacht. Aber meine körperlichen Proportionen haben nicht gepasst, bis ich irgendwann beim Football gelandet bin.“ Das passt zu seinen Proportionen: Er ist heute 1,91 Meter groß und wiegt um die 115 Kilogramm. 

2007 sah Jakob Johnson ein Spiel der New England Patriots im TV, 2019 stand er selbst für das Team auf dem Feld

Mit 14 sah Johnson sein erstes Football-Spiel im Fernsehen. In der Saison 2007 spielten die New York Giants im Super Bowl XLII gegen die New England Patriots. Zu diesem Zeitpunkt konnte keiner ahnen, dass sein Weg einmal von Stuttgart über Jacksonville, Tennessee und Foxborough nach Las Vegas zu den Raiders führen wird – doch für Johnson war es dieser Moment vor dem Fernseher, der alles verändern sollte. Den Moment, als ihn seine Mutter zum ersten Mal vom Training der Stuttgart Scorpions abholte, wird Johnson nie vergessen. „Ich habe sofort gemerkt: Das ist mein Ding. Es war nicht nur der Sport oder das Training, sondern das ganze Drumherum. Das Gemeinschaftsgefühl war überwältigend. Außerdem haben mich die amerikanischen Coaches beeindruckt, die wir hatten. Das war alles sehr cool. Vorher hatte ich immer nur den klassischen deutschen Vereinssport gemacht, wo ein älterer Trainer am Rand steht.“ 

Zu diesem Zeitpunkt war ihm klar, dass er sein Herz an diese Sportart verloren hat. Fast jede freie Minute verbrachte er mit seinem Team und seinen neuen Freunden. Die Regeln lernte er erst später, als er bei einem Kumpel „Madden NFL 09“ mit Brett Favre auf der Playstation spielte. Aber wenn Johnson an seine Zeit in Stuttgart zurückdenkt, wird er nachdenklich. Dann erinnert er sich vor allem an einen Spieler. „Florian Hansen hat eine entscheidende Rolle in meiner Football-Karriere gespielt“, erklärt er. 2013 kam Hansen bei einem Zusammenstoß mit einem Lkw ums Leben. „Um ihn zu ehren, trugen wir alle die Nummer 44 auf unseren Helmen.“ 

Die 44 steht für Florian Hansen

Diese Nummer sollte Johnson auf seinem Karriereweg begleiten. Sein Talent und seine Physis waren klare Indizien dafür, dass Johnson das Zeug zu einem erfolgreichen Footballer hat. Das Wissen um seine Fähigkeiten trieb Johnson an. Der Sohn einer deutschen Mutter und eines US-amerikanischen Vaters fragte seine Tante in Jacksonville im Bundesstaat Florida, ob er zu ihr nach Amerika ziehen könne. Sie willigte 2013 ein. Johnson versuchte sein Glück an der Jean Ribault High School und wechselte ein Jahr später zur University of Tennessee, wo er bis 2018 für die Tennessee Volunteers spielte. Mit der Nummer 44 – in Gedenken an Florian Hansen. Auch in der NFL trug er bislang immer Nummern nahe an der 44 – bei den Patriots die 47, jetzt bei den Raiders die 45.

 

DANACH KAM DER RÜCKSCHLAG. Eine Schulteroperation ließ seinen NFL-Traum 2018 vorerst platzen. Aus dem Draft wurde nichts. Sein Telefon blieb still. Kein Agent meldete sich. Die Karriere schien beendet. „Wer es vom College nicht in die NFL schafft, dessen Laufbahn ist eigentlich zu Ende“, sagt Johnson. Fast ohne Geld in der Tasche und demotiviert kehrte er nach Stuttgart zurück. Die Scorpions überredeten ihn, seine Karriere in seiner alten Heimat fort­zusetzen, und zahlten ihm und seiner Freundin die Tickets für den Rückflug. 

2018 bediente Johnson auf der Bundesgartenschau in Lahr, 2019 spielte er NFL in Foxborough

Wenn es seine alten Stuttgarter Freunde nicht gegeben hätte, wäre Johnson wohl nie in der NFL gelandet, glaubt er. „Diese Zeit war die beste und die schlechteste in meinem Leben. Mei­ne Freundin aus den USA hat ihre Schule abgebrochen und ist mit mir nach Deutschland gekommen, wo wir bei meiner Mut­ter wohnten. Wir haben mit meinen drei Geschwistern in einer Vierzimmerwohnung gelebt. Es war alles sehr eng“, sagt John­son. Um sich finanziell über Wasser zu halten, kellnerte er im Sommer bei der Landesgartenschau in Lahr im Schwarzwald. „Nebenbei habe ich bei allen mögli­chen Sommer-­ und Oktoberfesten gearbeitet. Ohne diese Jobs wäre es knapp mit dem Geld geworden, um alles zu bezahlen. Zum Glück habe ich genügend Trinkgeld bekommen“, so Johnson. 

Ganz nebenbei renovierte Johnson eine Wohnung auf der Schwäbischen Alb, in die auch seine Mutter einzog. Seine Freundin bekam einen Job in einem Kindergarten, wo sie Deutsch lernte. Den Lohn seiner harten Arbeit steckte Johnson in sein Fitnesstraining, was sich auszahlen sollte. „Ich habe 1.500 Euro in einen eigenen Personal Trainer investiert, was damals eine Menge für mich war“, erklärt Johnson. „Aber es hat sich gelohnt. Er hat mich fit gemacht und weiter motiviert, an mich zu glauben.“ Johnson setzte alles auf eine Karte – und gewann. 

Die NFL-Scouts wurden bei einem Spiel der Stuttgart Scorpions auf Johnson aufmerksam

Bei einem Spiel der Scorpions gegen die Schwäbisch Hall Unicorns waren NFL­-Scouts im Stadion zu Gast. Trotz einer 0:38­-Niederlage überzeugte Johnson die Scouts, die ihn zu einem Tryout nach London einluden. „Die Vertreter des International ­Player­ Pathway ­Programms der NFL haben mich 2018 angesprochen. Sie kannten mich bereits aus meiner Zeit in Tennessee. Das war der Schlüs­selmoment für mich. Wenn sie mich nicht ausgesucht hätten, wäre meine Karriere nicht so verlaufen.“ Einem Probetraining in London folgte ein dreimonatiges Trainingscamp in Florida. Von sieben Spielern erhielten drei Footballer einen Profivertrag in der NFL – einer davon war Johnson. Der Koloss, der sich von nichts und niemandem aus der Bahn werfen lässt. 

Johnson, der beim International­ Player­ Pathway­ Programm vom Tight End zum Fullback umgeschult wurde, unterzeich­nete nicht irgendeinen Vertrag. Er ging zum besten Team der NFL – den New England Patriots – mit dem besten Quarterback aller Zeiten. Aus der Practice Squad der Patriots arbeitete sich Johnson in den 53er­-Kader, ersetzte den verletzten etatmäßigen Fullback James Develin und hielt Tom Brady im Offensive­-Team den Rücken frei. Wenn Brady den Snap aufnahm, stand Johnson nur dreieinhalb Meter hinter dem Superstar. 

Jakob Johnson: Wer mit Tom Brady spielt, "will ihn auf dem Platz nicht enttäuschen"

„Tom Brady ist ein unfassbarer Profi. Der Football ist ihm extrem wichtig. Er will immer gewinnen. Dafür ist er bereit, hart zu arbeiten. Jeder stellt sich sein Leben sehr glamourös vor, aber er steckt jede Woche alles, was er hat, in seinen Sport. Dafür verdient er absoluten Respekt, wenn man bedenkt, wie lange er schon Football spielt“, sagt Johnson. „Wenn man mit so einem Mann zusammenarbeitet, braucht es nicht viele Worte. Man will ihn auf dem Platz nicht enttäuschen. Das hat mich gepusht. Ich habe immer geschaut, wo kann ich noch mehr machen.“ 

Sein erstes NFL-­Spiel absolvierte Johnson am 22. September 2019 gegen die New York Jets. Drei Spiele später verletzte er sich. Im Spiel gegen die New York Giants zog sich Johnson er­neut eine Schulterverletzung zu. Seine NFL­-Debütsaison war beendet – anstatt die gesamte Saison hinter Brady auf dem Feld zu stehen, wurde Johnson auf die Injured Reserve List gesetzt und kurierte seine Verletzung aus. Noch einmal sollte er nicht mit Brady spielen. Der beste Quarterback aller Zeiten wechsel­te im Jahr 2020 zu den Tampa Bay Buccaneers. 

Sogar die strenge Trainer-Legende Bill Belichick äußerte großes Lob für Johnsons Leistungsbereitschaft

Johnson blieb – und etablierte sich 2020 und 2021 als Stamm­spieler bei den Patriots. Im Offensiv-­Paket mit zwei Running Backs, einem Tight End und zwei Wide Receivern war Johnson gesetzt und wurde von allen Seiten gelobt. Patriots­-Coach Bill Belichick sagte: „Was er bisher geleistet hat, ist absolut bemer­kenswert. Er hat sich den Respekt von uns allen verdient.“ Umso überraschender kam das Aus am Ende der Saison. Die Patriots legten Johnson kein neues Vertragsangebot vor. „Das Team hat sich bei mir gemeldet und mir gesagt, dass sie in eine andere Richtung gehen wollen. Enttäuscht hat mich das aber nicht, denn eine Sache ist in der NFL sicher – dass sich jede Saison etwas ändert.“ 

Mit dem Aus bei den Patriots verschwand auch sein Markenzeichen. Johnson schnitt seine langen, wehenden Dreadlocks ab, die er nach einer verlorenen Wette gegen seinen Ex-Teamkollegen Damien Harris im vergangenen Jahr rot gefärbt hatte. „Das hatte nichts mit dem Wechsel von den Patriots zu den Raiders zu tun. Es war einfach an der Zeit, die Haare abzuschneiden. Ich hatte 2015 angefangen, meine Haare wachsen zu lassen. Nach dem letzten Saisonspiel mit den Patriots habe ich mich von meinen Dreadlocks getrennt, denn es war mal Zeit für was Neues.“ 

Jakob Johnson
Zu Patriots-Zeiten war Johnson noch für seine wehenden Dreadlocks bekannt. Nach einer verlorenen Wette waren die sogar rot
Credit: Getty Images
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AUCH WENN SEINE NEUE FRISUR NICHTS mit dem Aus bei den Patriots zu tun hat, passt die äußerliche Veränderung perfekt zu seinem neuen Lebensabschnitt. Johnson wird in der kommenden Saison für die Las Vegas Raiders spielen, wo er auf einen alten Bekannten trifft. Josh McDaniels ist seit diesem Jahr Cheftrainer. Zuvor war McDaniels 14 Spielzeiten als Offensivkoordinator bei den New England Patriots, wo er Johnson drei Jahre lang betreute. McDaniels kennt Johnsons Qualitäten genau. „Er besitzt eine großartige Einstellung, und er ist ein verdammt zäher Kerl“, lobte McDaniels Johnson. 

Bei den Patriots lernte Johnson von den Besten der Besten. Trainer Belichick gilt einerseits als äußerst hart, aber auch als Football-Genie. Mit seinem Wissen und seinen Erfahrungen im Gepäck will Johnson den nächsten Schritt in seiner Karriere vollziehen. In der kommenden Saison wird er in einer der modernsten Arenen in der NFL spielen. Das neue Allegiant Stadium in Las Vegas sieht aus wie ein gigantisches Ufo. Es wurde 2020 nach dem Umzug der Raiders von Oakland nach Las Vegas für umgerechnet 1,65 Milliarden Euro fertiggestellt. 

Jakob Johnson Las Vegas
Jakob Johnson: der harte Arbeiter sucht sein Glück jetzt in der Stadt, die oft so golden scheint
Credit: Gregg Segal
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Zwar hatte sein neues Team in der vergangenen Saison mit vielen Verletzungsproblemen zu kämpfen, aber die Raiders fingen sich zum Schluss und dürfen sich in der neuen Saison durchaus Chancen ausrechnen. Quarterback Derek Carr wird von einem starken Fullback wie Johnson in der Pass Protection profitieren. 

„Ich bin froh, dass ich bei einem neuen Team untergekommen bin und dass mir die Raiders eine neue Chance geben“, sagt Johnson. „Die Raiders spielen ein ähnliches System, wie wir es zuletzt bei den Patriots gespielt haben. Ich kenne Josh McDaniels sehr gut und er mich. Ich habe seit 2019 unter ihm gespielt. Er weiß, wo er mich hinstecken muss. Ich habe großen Respekt vor seiner bisherigen Arbeit. Josh ist ein richtig guter Offensivcoach. Er versteht und sieht den Football auf einem ganz anderen Level. Das ist eine Riesenchance für mich.“ 

„All in“ in Las Vegas geht Johnson aber nur auf dem Feld. Obwohl er sich finanziell fast alles leisten kann, will er kein Geld in den weltberühmten Casinos verspielen. „Das ist unwahrscheinlich, dass ich in die Spielhöllen gehe. Ich werde mal durch die hellen Straßen laufen, aber ich bin kein Zocker. Mir würde es im Herzen zu sehr wehtun, wenn ich mein Geld verliere. Da kommt bei mir der Schwabe durch.“ Statt auf die Casinos freut sich Johnson auf die Natur, die Berge und die Wüste. „Der Colorado River und der Grand Canyon sind nicht weit weg. Das möchte ich mir unbedingt alles ansehen.“ 

Jakob Johnson Las Vegas
Kommt ein Schwabe nach Las Vegas...Kein Witz, aber spielen will Jakob Johnson in den Casinos nicht: "Mir würde es im Herzen zu sehr wehtun, wenn ich mein Geld verliere."
Credit: Gregg Segal
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Auf Glamour steht Johnson ohnehin nicht. Statussymbole sind ihm nicht wichtig. Er will seine volle Konzentration auf eine erfolgreiche Saison mit den Raiders legen, die in der abgelaufenen Spielzeit in der Wild Card Round an den Cincinnati Bengals – dem späteren Super-Bowl-Finalisten – scheiterten. Sein großer Traum: einmal selbst im Super Bowl zu stehen. In der NFL-Geschichte gab es bislang nur zwei deutsche Super-Bowl-Champions: Sebastian Vollmer, der 2015 und 2017 mit den New England Patriots gewann, und Markus Koch. Er triumphierte 1988 und 1992 mit den Washington Redskins – den heutigen Commanders. Bis dahin ist es ein weiter Weg, aber Johnson wird alle Mühen auf sich nehmen. 

Jakob Johnson: "Für die NFL ergibt es Sinn, in die neuen Märkte nach Europa, Brasilien, Australien und nach Asien zu gehen“

Der Zeitpunkt, um die nächste Entwicklungsstufe zu zünden, könnte für den Deutschen nicht besser sein: Um die Liga populärer zu machen, will die NFL die besten Spieler aus der ganzen Welt versammeln. Ähnlich wie die NBA mit ihren Stars aus Frankreich, Deutschland, China, Nigeria, Griechenland, Spanien, Slowenien und Argentinien. Dabei ist die NFL auf der Suche nach einem Star wie Dirk Nowitzki, um die Auslandsvermarktung voranzutreiben. „Die NFL beginnt gerade aufzuwachen und zu sehen, wie wichtig es ist, den Sport global zu verbreiten. In den USA gelangt die NFL langsam an ihre Wachstumsgrenze“, sagt Johnson. 

Der nächste große Schritt sind im kommenden Herbst die Spiele in Europa, um die NFL noch populärer zu machen. Das erste NFL-Spiel wird in der Münchner Allianz Arena ausgetragen – mit den Tampa Bay Buccaneers um Brady. „Ich denke, dass in Zukunft noch mehr NFL-Spiele in Europa stattfinden werden. Für die NFL ergibt es Sinn, in die neuen Märkte nach Europa, Brasilien, Australien und nach Asien zu gehen“, sagt Johnson, der sich neben seiner NFL-Karriere ein zweites Standbein als Miteigentümer der Stuttgart Surge – einem Team in der European League of Football – aufgebaut hat. 

Jakob Johnson Las Vegas
Für die Zeit nach seiner Karriere kann sich Jakob Johnson so einiges vorstellen, doch vorerst versucht er sein Glück in Las Vegas
Credit: Gregg Segal
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„Wenn ich meine Karriere irgendwann beendet habe, werde ich mit meiner Freundin zurück nach Stuttgart kommen, um meinem Sport in Deutschland etwas zurückzugeben“, sagt Johnson, als sich sein Trainingscamp in Ludwigsburg dem Ende zuneigt. Was er dann tun will? „Ich kann mir alles vorstellen, außer dass ich Trainer werde. Das ist sehr zeitintensiv und mit dem Familienleben nicht so gut vereinbar.“ 

Vielleicht beginnt Johnson auch mit dem Malen. In seiner freien Zeit zwischen dem Training und den Spielen zeichnet Johnson gerne, am liebsten mit Acrylfarben. „Meine Mutter war Kunstlehrerin und hat Kunst studiert. Außerdem liebe ich Musik, fahre gerne Skateboard.“ Aber jetzt erst einmal: Las Vegas. Am Wetter sollte es schon mal nicht scheitern, hier scheint an durchschnittlich 300 Tagen im Jahr die Sonne, Hagel oder Schnee: eher ausgeschlossen. Es hätte für Jakob Johnson wirklich schlechter laufen können. 

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