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"GFL-Insider": Darum sind die Potsdam Royals eine Klasse für sich

Dieses Mal setzt GFL-Insider Philipp Forstner in seiner Kolumne den Fokus auf die Potsdam Royals. Warum sind sie so gut? Ist die Kritik am "Projekt Potsdam" mit seinen vielen Doppelstaatlern gerechtfertigt? 

Spieler der Potsdam Royals klatschen mit Fans ab
Credit: Imago
  • GFL-Insider: Potsdam Royals sind das Maß der Dinge in der GFL
  • Kritik am "Projekt Potsdam": Kämpfen die Royals mit fairen Mitteln?
  • Erfolgreiches Scouting nach Doppelstaatlern ist ein Baustein des Erfolgs

Die Potsdam Royals ziehen an der Spitze der German Football League einsam ihre Kreise. Während der amtierende Deutsche Meister einmal mehr die Hauptrolle einnimmt, bleiben dem Rest der Liga nur Rollen als Nebendarsteller oder sogar Statisten übrig. Der erste GFL-Monat hat wieder gezeigt, nach welchem Team sich die Liga in den nächsten Wochen ausrichten muss. 


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In allen bisherigen drei Spielen erzielten die Royals aus Brandenburg über 50 Punkte. Durchschnittlich erlaubten sie dem Gegner dabei weniger als 15. Erst im letzten Spiel gegen die Kiel Baltic Hurricanes, die zum Saisonstart den Serien-Champion aus Braunschweig besiegten, wurde wieder einmal deutlich, dass ein ordentliches Team über einige Zeit des Spiels mithalten kann, sich am Ende aber doch unterwerfen muss. 

Potsdam Royals unangefochtener Spitzenreiter

Zu Beginn der Partie führten die Hurricanes sogar, ehe Quarterback Jaylon Henderson mit fünf Touchdowns das Heft wieder persönlich in die Hand nahm. Die Potsdamer vollführten mit ihrer Offense einen sauberen Drive nach dem anderen und schlossen diese grundsätzlich nach einem Score mit einer geglückten Two-Point-Conversion ab. 

Am Ende kam das Team von Head Coach Michael Vogt auf fast 500 Total Yards im Angriff und erzielte 56 Punkte, was nicht einmal der Bestwert in der bisherigen Saison ist. Kiel konnte über weite Strecken das Spiel sogar eng gestalten. Doch in der zweiten Hälfte mussten sie den übermächtigen Gegner davonziehen lassen und verloren schließlich deutlich mit 56:23. 

Royals sollen nicht mit fairen Mitteln kämpfen

Doch mit dem Erfolg kommen auch die Neider oder vielmehr die Kritiker am "Projekt Potsdam". Immer wieder hören wir Stimmen aus der GFL, die den Royals vorwerfen, mehrere US-Importe in andere Länder einzubürgern und dass sie ja ohnehin nur eine "Söldnertruppe" seien. 

Nun, betrachten wir den Kader, ist es schon auffällig, wie viele in den USA aufgewachsene Footballspieler plötzlich der Nationalität Großbritanniens oder Italiens zugeordnet sind. Außerdem darf maximal ein Viertel des Kaders zu den Eigengewächsen gezählt werden, was zumindest zu hinterfragen ist.  

Trotzdem kämpfen die Royals hierbei mit fairen Mitteln. Pässe werden nicht etwa gefälscht, um sich einen sportlichen oder wirtschaftlichen Vorteil zu verschaffen. Vielmehr ist das Auffinden von Spielern mit doppelter Staatsbürgerschaft ein findiges Ausdehnen der Regularien, was nur durch hervorragendes Scouting und Recruiting möglich ist. 

Denn diese Zusammenstellung des Kaders bündelt viele Ressourcen. Solche Spieler wollen erstmal gefunden werden. Außerdem benötigen zugezogene Spieler im Anschluss Wohnungen und spielen für ihr neues Team nicht für ein kleines Salär. Da nützt letztendlich auch der Bonus nicht, dass man für den Deutschen Meister spielen darf. Einen Rabatt wird deshalb kein Spieler hinnehmen. 

Chancengleichheit ist gewahrt

Vielmehr sollten sich alle anderen Teams in der GFL die Frage stellen, was sie tun können, um genauso erfolgreich zu sein. Schließlich betreiben die Royals hier kein Hexenwerk oder verstoßen gar gegen die Regularien der German Football League. Sie scheinen einfach über mehr finanzielle Mittel zu verfügen oder diese besser zu verteilen. 

Das Team wirkt vor allem im Angriff perfekt aufeinander abgestimmt. Trotz mehrerer Avancen aus der European League of Football wurde Quarterback Henderson gehalten. Für die Defensive konnte man zuletzt noch den Braunschweiger Leistungsträger Alan Steinorth von den New Yorker Lions loseisen, die ihren bisherigen Star-Defender nun schmerzlich vermissen. 

Es mag nicht alles eitler Sonnenschein in Potsdam sein. So war zuletzt nicht einmal klar, wo der Meister aufgrund einer verzögerten Baustelle die ersten Heimspiele der Saison austragen sollte. Doch in den Dingen der Kaderzusammenstellung können sich viele Konkurrenten von den Royals eine Scheibe abschneiden. 

Wenn du Erfolg haben willst, tu das, was die besten tun. Daher hilft es nicht, die Potsdam Royals immer wieder zu kritisieren. Entweder warten die Mitbewerber darauf, dass die GFL das Handeln der Royals durch neue Regeln einschränkt, oder sie nehmen sich ein Beispiel am erfolgreichen Weg, den die Potsdamer seit ihrem Aufstieg 2018 ins Oberhaus eingeschlagen haben. 

Die wöchentlich erscheinende Kolumne befasst sich mit dem Tagesgeschehen in der German Football League. Mit gespitzter Feder handelt Philipp Forstner aka “Draft Nerd” die GFL-Themen ab, die sich nicht in den Pressemitteilungen der Vereine finden lassen. Im “GFL-Insider” geht es ehrlich, aber auch direkt zu. 



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