Basketball

Los Angeles Lakers legen NBA-Star "King James" neues Vertragsangebot vor

LeBron James kann seinen Vertrag bei den Lakers ab sofort verlängern. Seit heute liegt dem NBA-Star eine Option über weitere zwei Jahre zu gewohnt hohen Bezügen vor. Er muss nur noch unterzeichnen. Ein "Done Deal" ist es aber noch nicht.

LeBron James
Credit: Getty Images
  • LeBron James kann bei den LA Lakers verlängern
  • Lakers legen "King James" Verlängerungsvertrag vor
  • Finanzielle Sicherheit ist für James kein Argument

LeBron James kann ab heute eine Vertragsverlängerung mit den Lakers unterzeichnen. Allerdings kann man Lakers-Fans nur raten, heute nicht zu erwartungsvoll auf das Endgerät zu starren und auf die erlösende Push-Mitteilung zu warten. 

Denn: Es ist unwahrscheinlich, dass James überhaupt in dieser Woche unterschreibt. Oder in der nächsten. Oder in der übernächsten. Warum? Zunächst einmal muss er das nicht. Donnerstag ist kein Stichtag. Es ist der erste Tag, an dem James die Verlängerung unterschreiben kann. Der letztmögliche Tag? Der 30. Juni 2023. Das bedeutet, dass James ungefähr zehn Monate Zeit hat, um einem neuen Zweijahresvertrag über 97,1 Millionen Dollar zuzustimmen. Tut er das nicht, wird er frei und kann im nächsten Sommer einen Dreijahresvertrag mit den Lakers - oder einem anderen NBA-Team - unterzeichnen.

Finanzielle Sicherheit ist für James kein Argument

Und offen gesagt hat eine Verlängerung für James wenig Vorteile. Finanzielle Sicherheit? James braucht sie nicht. Laut Forbes ist er Milliardär und der erste - und einzige - aktive NBA-Spieler, der diesen Meilenstein erreicht hat. Sollte James eine Verletzung erleiden, die seine Karriere beendet - und dank der modernen Medizin gibt es diese Art von Verletzungen auf dem Spielfeld kaum mehr -, wird er nicht auf seine Einnahmen bei den Lakers verzichten müssen. Ganz zu schweigen von James' Wunsch, mit seinem ältesten Sohn Bronny zu spielen, der nach den derzeitigen Regeln im Jahr 2024 für den Draft in Frage kommen wird.

Außerdem hat er mit der Free Agency ein Druckmittel in der Hand. In Cleveland war James ein Pionier, wenn es um kurzfristige Verträge ging. Durch die Unterzeichnung von Zwei-Jahres-Verträgen - wobei das zweite Jahr eine Spieleroption ist und somit Gehaltszahlung auch im Verletzungsfall gesichert waren - konnte James ein Maximum an Einfluss ausüben. Er konnte die Cavaliers dazu drängen, kräftig Geld auszugeben – was sie auch taten. Man kann über den Besitzer der Cavs, Dan Gilbert, sagen, was man will, aber als LeBron im Kader war, gab Cleveland viel Geld aus, um ein Winning Team um James herum aufzubauen.

Die Lakers gaben aus - L.A. hatte in der vergangenen Saison laut Spotrac die sechsthöchste Gehaltsliste der NBA und zahlte eine Luxussteuer von mehr als 40 Millionen Dollar - aber nicht wahllos. Die Entscheidung, Alex Caruso, der im vergangenen Sommer einen Vierjahresvertrag über 37 Millionen Dollar bei den Bulls unterzeichnete, nicht zurückzuholen, hatte vor allem finanzielle Gründe. Caruso hätte die Lakers in der vergangenen Saison wahrscheinlich nicht zu einem Titelanwärter gemacht, da Davis verletzt war und Westbrook sich nur schwer anpassen konnte, aber seine Fährigkeiten im Two-Way-Play wären auf der Bank sicher eine wertvolle Option gewesen.

Als Free Agent könnte LeBron 2023 Druck auf die Lakers ausüben

Als zukünftiger Free Agent könnte James Druck ausüben, den Lakers sagen: Gebt Geld aus, investiert ins Team, oder riskiert, mich zu verlieren. Gebt zukünftige Draft Picks ab, oder riskiert, mich zu verlieren. Gestaltet den Kader mit Spielern, mit denen ich zusammenspielen möchte ... oder riskiere, mich zu verlieren. Und so weiter

Warum also eine Vertragsverlängerung unterschreiben?

Um die Ablenkung durch den medialen Lärm zu vermeiden, der mit einer Nichtunterzeichnung einhergeht, vielleicht.

Und um den Spekulationen darüber ein Ende zu setzen, er könne sich wohl ein drittes Mal das Jersey der Cavaliers überstreifen

Das ist es, was ein James ohne Vertragsverlängerung sein könnte. Ob in Cleveland, Miami oder (erneut)  Cleveland, LeBrons Vertragsjahre waren ... interessant. In der Öffentlichkeit wird James versuchen, die Spekulationen über seine Zukunft zu unterbinden. Aber das wird nur wenig dazu beitragen, sie zu stoppen. Jede Niederlagenserie ab drei Spielen wird eine neue Welle von Fragen auslösen. Jedes Wort aus seinem Mund wird auf Anzeichen von Unzufriedenheit hin gedeutet werden. Wenn L.A. zu Beginn der kommenden Spielzeit Schwierigkeiten hat, wird die Frage, ob die LAKERS LeBron verkaufen sollen, regelmäßig in den Morgensendungen auftauchen.

Re-Return nach Cleveland von "King James"?

Und dann ist da noch Cleveland. Die Cavaliers haben ein gutes Team. Sie haben in Darius Garland einen aufstrebenden All-Star. Sie haben mit Evan Mobley einen potenziellen Superstar. Sie haben ein junges Team, zu dem Jarrett Allen, Isaac Okoro und (vermutlich) Collin Sexton gehören. Auf dem Papier sind die Cavs einen Small Forward davon entfernt, ernsthaft um den Titel mitspielen zu können. Und im nächsten Sommer werden sie den nötigen Spielraum haben, um einen solchen zu bekommen.

Dies ist nicht 2014. Die Aussicht, nach Nordost-Ohio zurückzukehren, ist nicht annähernd so attraktiv wie damals. James hat Cleveland eine Meisterschaft beschert. Er hat die Versprechen erfüllt, die er gegeben hat, als die Cavs ihn 2003 als ersten Draft verpflichteten. Außerdem fühlt sich James in Los Angeles pudelwohl. Seine Kinder besuchen Schulen in dieser Gegend. Er mag den südkalifornischen Lebensstil und die damit verbundenen Geschäftsmöglichkeiten.

Aber er will gewinnen. Was passiert, wenn die Lakers Westbrook nicht verkaufen können? Oder wenn Davis, der in den letzten beiden Spielzeiten 76 Spiele bestritten hat, in dieser Saison nicht gesund bleibt? Noch mögen Sie über eine (erneute) Rückkehr von LeBron James nach Cleveland lachen, aber er, der im Dezember 38 Jahre alt wird, verbringt die letzten Jahre seiner Karriere nicht in einem Team, das ihm keine echte Chance auf den Gewinn einer Meisterschaft gibt – ausgeschlossen.

Los Angeles Lakers bald wieder Titelanwärter?

In den kommenden Monaten kann sich viel verändern. Die Lakers könnten einen Tausch zwischen Westbrook und Kyrie Irving anleiern und James mit seinem ehemaligen Teamkollegen zusammenführen. Der junge, athletischere Kader, den L.A. um James herum zusammengestellt hat, könnte die Verteidigung verbessern, die in der letzten Saison im unteren Drittel der NBA rangierte. Davis könnte zu seiner All-NBA-Form zurückfinden. Die Lakers sehen im Moment nicht wie ein Titelanwärter aus. Aber bei guter Gesundheit und ein paar klugen Kniffen, was die Kaderplanung anbetrifft, könnten sie es werden.

Wenn das passiert, wird James Los Angeles nicht verlassen. #LoveLA war der Hashtag, den James am Mittwoch in einem Tweet zu Ehren des verstorbenen Vin Scully verwendete. Und das tut er. Aber auch seine erste Wiedervereinigung mit Cleveland schien einst lächerlich, als James in Miami Meisterschaften gewann. Jetzt, wo die Lakers im Umbruch sind, ist eine weitere nicht von der Hand zu weisen.